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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 7-8 (1865) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
7-8 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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dieses Volks geht darin auf, das Volk der Religion, daS Volk der Offenbarung zu fein. Das giebt seiner gesammten Literatur ihren eigenthümlichen Charakter. Wir haben in den Schriften des A. Testaments eine reiche Sammlung von Literaturwerken aus den verschiedensten Perioden der Geschichte dieses Volks, unter den verschiedensten äußeren Verhältnissen^ von Männern der verschiedensten Bildungsgrade, in den mannigfaltigsten Stimmungen und zu den verschiedensten Zwecken geschrieben — historische und poetische, lyrische und didaktische Schriften; — aber durch sie alle weht Ein Geist: es ist der religiöse Geist, die religiöse Weltbctrachtung, der Geist des strengen, des feurigsten, erhabensten, unerbittlichen Monotheismus, der diese gesammte Literatur beherrscht und ihr den eigenthümlichen Stempel aufdrückt, welcher sie von den Literaturen aller andern Völker spezifisch unterscheidet und ihr eine ewig bleibende Giltigkeit für die Menschheit verliehen hat. Die Beurtheilung der natürlichen Weltverhältnisse, die Anordnung und Bildung des natürlichen Lebens, das mögen wir von den andern Völkern lernen, von Hellas und Rom; aber das Höchste, die oberste Wahrheit dieses Lebens, die Gewißheit und die Herrschaft des Gottesbewußtseins, die Beziehung des gesammten natürlichen Lebens auf dieses Oberste, auf Gott — kurz die Religion als die Wahrheit des Lebens und als die Quelle und Macht der wahren Sittlichkeit — das haben die Völker, das haben auch wir von diesem Volke der Religion empfangen. „Diese Religion und ihr Geist der unbedingten Herrschaft Gottes im gesammten Leben und Denken war kein Erzeugniß der Natürlichkeit dieses Volks, sie ist nicht Natur, sie ist That der Geschichte, That Gottes. Nicht auf dem natürlichen Boden des Volks gewachsen, sondern von Gott hineingesetzt und gepflanzt in die Geschichte und den Geist dieses Volkes ist sie. Die Geschichte lehrt uns, wie groß auch, hier die Neigung und die Gefahr der Verirrung und Hingebung an die Mächte des Naturlebens, des 'sinnlichen Naturlebens, gewesen ist. Nur durch eine Schule schwerer Erfahrungen und Züchtigungen hindurch, nur durch den energischesten Kampf der großen Träger des religiösen Gedankens, die Gott sich in diesem Volke erwählte und zubereitete, nur durch fortwährende Akte des Gerichtes geschah es, daß die

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