Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 7-8 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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den Dunstkreis, welcher die religiösen Gedanken der andern umhüllte, hiudurchdrangen zu Gott, dem Einen persönlichen Gott. Cs war eine ungeheure That, diesen Gedanken, diesen Glauben an den außerweltlichen Gott der ganzen übrigen Welt gegenüberzustellen, dieser überwältigenden Autorität aller Völker und Religionen gegenüber zu behaupten, dem eigenen noch so mächtigen Naturzuge zum Trotz energisch festzuhalten und zum Mittelpunkt und Ziele des gesummten Lebens zu machen- Der Monotheismus Abrahams ruhte auf einer uralten Tradition. Er war die älteste Tradition der Menschheit. Aber er war in Gefahr, damals völlig unterzugehen: Der Polytheismus überfluthete die ganze Welt. Da hob Gott diese eine Familie und das aus ihr erwachsene Volk heraus aus dem Zusammenhang der übrigen Menschheit und machte es zum Träger der alten Wahrheit und der Hoffnung der Zukunft. Nicht eine Einbildung des Hochmuths, sondern ein Ausdruck der thatsächlichen Wirklichkeit war es, wenn dieses Volk sich als das Volk Gottes ansah und bezeichnte. Denn zu diesem Haus und Volk trat Gott in ein besonderes Verhältniß, hier pflanzte Gott seine Wahrheit ein und gründete sie als einen unbeweglichen Fels im Gewogedes Völkermeers; hier bereitete er sich die Stätte, auf der sich die Geschichte seiner Offenbarung vollzog. Die Wahrheit, die Religion, die Offenbarung beschränkte sich auf dieses eine Volk: wie alle Religionen der Welt Volksreligionen waren, so wurde auch die wahre, die Offenbarungöreligion Sache eines Volks, aber nur um von hier aus Sache der Menschheit zu werden. Dieser Glaube, eine Bedeutung zu haben für die ganze Menschheit, diese Hoffnung der Zukunft war die Seele dieses Volks und Volkslebens. Der Partikularismus Israels trug den Universalismus im Keime in sich. In Christo und dem Christenthum entfaltete sich dieser Üniversaliömus zur Blüthe. „Darin bestand der Beruf dieses Volkes. Es hatte nicht eine Bedeutung für das menschliche Kulturleben wie die Griechen und Römer, Es war nicht die Kunst und der Sinn für die Schönheit, es war nicht der Geist der Philosophie, es war nicht die Begabung für die Weltherrschaft, es war nicht dieAusbildung des Rechts, was dieses Pplk muszeichnete und in ihm heimisch wqr — die ganze Bedeutung