Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554745--04332-2560257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ermordung zweier Missionare in Indien. Wir theilen den Lesern unsers Blattes die Ermordung zweier Missionare mit, wie wir sie in Nr. 22 des Barmer MissionsblaneS vom vorigen Zahre lesen. Der eine von diesen beiden Blutzeugen wird ohne Zweifel viele unserer Leser um so mehr interesstren, als er ein Preuße und überdies noch ein geborner Israelit war, der den Messias gefunden hat und sich dann gedrungen fühlte, den Heiden das Evangelium zu predigen. Die Geschichte wird in genanntem Blatte folgenderweise erzählt: Seit den Tagen der ersten Missionare, eines Paulus, sind diese Boten des Heils außer andern Gefahren auch der ausgesetzt, von den Händen derer, denen sie die Botschaft des Lebens bringen, den Tod zu erleiden. Unser Blatt hat schon manchen Namen solcher Blutzeugen genannt; die heutige Nummer bringt wieder zwei neue Namen, von denen der zweite vielleicht aus Versehen, der Erstere jedoch im fanatischen Haß getödtet ist. In der Zeitschrift „k'rieaä ok India“, vom 19. Mai dieses Jahres, lesen wir aus Ostindien folgende Nachricht: Es war am 24. März d. I., daß der amerikanische Missionar Jan vier, „einer der bekanntesten und gesegnetsten Arbeiter in der indischen Mission," von einem fanatisch erhitzten Sikh mittelst eines mit Eisen beschlagenen Knittels auf offener Straße ermordet wurde. Ja »vier befand sich gerade in der Stadt Anandpur, wo ein religiös-nationales Jahresfest der Sikhs gefeiert wurde. Das Zusammenströmen so vieler Eingebornen veranlaßte ihn, den Ort mit einem andern Missionar und etlichen Katechisten zu besuchen und ab und zu der Menge das Evangelium zu verkündigen. Sie hielten sich übrigens während der ganzen Dauer des Festes sorgfältig von dem eigentlichen Festplatze entfernt, um die religiösen Gefühle des Volkes zu schonen. Am letzten Festtage, als eben die heiligen Kriegsfahnen aus dem Tempel gebracht und der Verehrung des Volkes vorgehalten wurden, zogen sich die Missionare gegen Abend in ihr Zelt zurück, um die nöthigen Vorbereitungen zur morgenden Abreise zu treffen. Eben tritt Janvier nochmals aus dem Zelt, um noch einiges anzuord-