Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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und betrübend ist. Es ist kaum zu viel gesagt, daß , wenn der Heiland an einem Orte mehr als an dem andern in dem Hause derer, die ihn lieben, verwundet wird, dies besonders auf dem heiligen Boden geschieht, wo man meint, daß er die Menschheit erlöset hat. „Doch wenn wir wünschen, für unfern eigenen reinen Glauben und unsere englische Bibel und das helle Licht, in welchem eS uns vergönnt ist, das Angesicht und den Willen Gottes in Christo zu schauen, dankbarer zu werden, da ist kein Ort geeigneter als dieser, daß, was wir behalten mit dem, was Andere verloren haben — unsere Lehre mit ihrer Tradition zu vergleichen, und deutlich zu sehen, wie leicht es ist, irgend wohin verschlagen zu werden, wenn wir einmal den Ankergrund der Bibel verlassen haben, und daß von allen heiligen Oertern (in einer passenden Anfühmng, von einem Andern entlehnt) in der Wahrheit gesagt werden kann: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden!" „Ich besuchte die Kirche zwei Mal — das eine Mal als sie leer und ruhig war — in der Absicht, ihre architektonischen und archäologischen Schätze zu studiren; das andere Mal im Dunkel des Abends, als Gottesdienst war, und ich sehen konnte ohne gesehen zu werden. Einen größeren Contrast kann man sich vielleicht nicht denken als den, der zwischen dem schlichten und einfachen, aber doch vollkommen würdevollen Gottesdienste unserer englischen Kirche und dem pomphaften Ceremoniell, den mit prächtigen Gewändern bekleideten Priestem, den silbernen Lampen und dem wohlriechenden Weihrauch des Gottesdienstes in dieser Kirche besteht. „Wenn nun Juden und Muhamedaner ein Christenthum dieser Art sehen, so wenden sie sich mit Ekel von demselben ab. Jedoch ist die verderbte Lehre nicht der einzige Stein des Anstoßes. Der ganzen Welt sind der Haß und die Eifersucht zwischen den verschiedenen Kirchengemeinschasten bekannt, bei denen christliche Mönche mit vom Altar gerissenen Leuchtem gekämpft haben, und die Tücken gekommen sind, um das Haus Gottes zu beschützen. „ Noch einmal, es ist ein großer Gewinn, das klar und deutlich zu erkennen, was uns zu thun verboten ist, was wir zu chun hoffen dürfen, und was zu thun wir Gott überlassen müssen.