Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Sünde.; 3) In auftichtiger Reue.«..; 4) Zn vollkommener Besserung...." Wenn wir selbst einen.Augenblick mit dem Verfasser „diese Rückkehr zu Gott" als die einzige nothwendige Bedingung zur Erlangung der Vergebung ansehen wollten, so müßten wir doch sagen, daß noch kein Sünder auf diese Weise und auf diesem Wege sein Ziel erreicht habe. Denn gar nicht zu sagen von der eigenthümlich gefaßten Erklärung der „Reue, das heißt, wir müssen uns recht sehr betrüben und schämen, daß wir die Sünde begangen haben" rc. — wer kann denn sagen, ob wir uns wirklich hinreichend betrüben und schämen — wollen wir nur fragen, welcher Mensch hat denn je „vollkommene Besserung" gethan? Bei „aller Kraft," die der Mensch auch anwendet, „den Weg der Sünde zu verlassen," bleibt ja doch „das Dichten des Menschenherzens böse" immerdar, oder wie Zunz übersetzt: „den ganzen Tag;" oder wie das neue Testament es ausdrückt, „die Sünde klebt uns immer an," und eine „vollkommene Besserung" ist daher nirgends anzutreffen. Ein christlicher Vers sagt, wer hierin stch selbst helfen kann, der ist ein blinder und lahmer Mann. Nach den Grundsätzen dieses „Lehrbuches" kann und muß aber der Mensch Alles selbst thun, da ist auch überall von eigenem Verdienst und Würdigkeit die Rede. So heißt es z. B. S. 37 beim „sechsten Glaubensartikel," daß die Propheten „durch ihren erleuchteten Geist und ihr heiliges Leben stch würdig gezeigt" hätten, daß Gott ihnen seinen heiligen Willen mittheile. So leitet der Verfasser S. 43 die Berufung und Erwählung Israels aus Verdienstlichkeit her, und antwortet auf die Frage: „Warum hat Gott gerade mit Israel seinen Bund geschlossen? Weil Abraham, der Stammvater des israelitischen Volkes, der erste war, der Gott erkannte und in seinen Wegen wandelte" rc. Wie wenig der Verfasser das eigentliche Wesen der Sünde, das tiefe Verderben des Menschen erkennt, giebt er ferner zu erkennen, wenn er S. 204 sagt, „das Wort: du sollst nicht gelüsten, bilde darum den Schlußsatz der göttlichen Offenbarung auf Sinai, weil wir nur durch die Unterdrückung sündhafter Begierden, durch Selbstbeherrschung, den göttlichen Willen erfüllen und in den Dienst unsets himmlischen Vaters treten können. Nur wenn keine böse