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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 1-2 (1865) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
1-2 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Juden es in unfern Tagen wohl noch giebt, die im Glauben ihrer Väter stehen, und die nicht auch in dem selbstgemachten Judenthume, das sie scheinbar und allenfalls mit dem Munde bekennen, längst wankend gemacht sind? Wäre es mit der Erfolglosigkeit der Judenmisston wirklich so, wie der „isr. Lehrer und Cant." meint, so begreifen wir nicht, warum fortwährend so viele Klagelieder über die Bestrebungen „dieser Leute", der Missionare, in allen Blättern der Juden angestimmt werden. — Jndeß nicht allein Juden behaupten die Erfolglosigkest der Judenmission, sondern Christen thun sehr häufig dasselbe, und zwar oft sehr redlich gesinnte und entschieden gläubige. Genauer besehen findet sichs aber, daß es meistens, wenn nicht immer, solche Christen sind, die mit dem Gegenstände der Judenmission sehr unbekannt, und, man muß es leider sagen, die, von dogmatischen Vorurtheilen befangen, diesem Theile der Mission ganz.und gar abgeneigt sind; dann aber wiederum diese vorgebliche Erfolglofigkeit gern zu einem Entschuldigungsgrunde ihrer Gleichgültigkeit oder Abneigung gegen die Judenmisston machen. — Es ist nun wohl schon . oft hervorgehoben und diesen Gegnern dargethan worden, daß, wenn es selbst mit der behaupteten Erfolglosigkeit seine vollkommene Richtigkeit hätte, wir Christen darum noch keinesweges von unsrer Pflicht entbunden wären, den Juden dennoch das Evangelium von Jesu Christo ebensowohl zu predigen, wie den andern Völkern, so lange nämlich nicht durch ein klares, ausdrückliches Schriftwort dargethan werden kann, daß die Juden sich selbst überlassen werden sollen und müssen. Das Letztere hat noch Niemand aus dem Worte Gottes bewiesen, wird auch me bewiesen werden können, und demnach bleibt es unsre Pflicht, die wir das Evangelium haben und es uns selbst und der ganzen Christenheit predigen, dasselbe den Juden nicht nur eben sowohl wie den Heiden zu verkündigen, sondern vielmehr den Juden zuerst und vornehmlich und dann den Heiden. — Jndeß steht es mit der von Juden und vielen Christen so zuversichtlich behaupteten Erfolglosigkeit der Mission unter den Juden gar nicht so schlimm, wie man sich so gern einreden und andere glauben machen möchte. Wir wollen zum Beweise für unsere Behauptung hier nur einige Worte aus der englischen Zeisschrift: Jewish Intelligence anführen.

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