Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554743--04248-2560171- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fett erklärt , sich als Missionär nach Abessynien senden zu lassen. In seinem Schreiben Rr. 2, 1864 sagt er: „Bei den Falaschas handelt es sich um mehr denn eine Viertel Million Seelen, ja um die ganze Zukunft aller Generationen, die dieser Viertel Million jüdischer Seelen entstammen werden! „Wie? Sollte da nicht die ganzeJudenheit ausnahmslos in die Schranken treten? In Unwissenheit befangen, ohne Führer, ohne Rathgeber, droht ihnen das Schrecklichste. Auf diese Unwissenheit und diese Rathlostgkeit speculirend, treiben die englischen Missionäre unter ihnen ihr Wesen. Und sie — die armen Falaschas — sie möchten gern treu bleiben dem väterlichen Heiligthum, das sie trotz ihrer Unwissenheit durch Jahrtausende herab hoch und theuer gehalten haben, als das hehre Palladium ihres Stammes. „Können, dürfen die europäischen Juden dazu schweigen? Können , dürfen sie ruhig zusehen, wie Millionen — denn darum handelt es sich hier — ihrer Brüder, die mit ihnen am Sinai das Gottesgesetz empfangen, diesem Gottesgesetz entftemdet und den Missionären zur Taufe überliefert werden sollen? „Nein, wahrlich nein! So arm ist Israel noch nicht, daß es kein Opfer hätte solchen Zuständen gegenüber! „Und nichts Unmögliches, ja nichts Schwieriges ist es, was dieser Zustand von der europäischen Judenheit zu verlangen hat. „Es bedarf nur der Entsendung eines Mannes, der mit einer großen Anzahl heiliger Schriften, Gebetbücher rc. zu ihnen entsendet würde, um ihnen statt der Tractätlein der Missionäre das wahre Gottesbuch zu reichen und ihr nach religiöser Befriedigung sich sehnendes Gemüth mit jüdischen Gebeten zu stärken; — der es verstünde, den Missionären entgegen zu tteten und den Juden die Wahrheit zu zeigen. ... „Ich halte es für meine Pflicht, geehrter Herr, der sie so warm für diese hochwichtige Sache das Wort ergriffen haben, zu erklären, daß ich bereit bin, meine geringe Erfahrung und Einsicht dieser Mission zu weihen und sobald sich vielleicht Comits's in verschiedenen Gegenden zu diesem Behufe gebildet haben, die mich mit dieser Sendung betrauen wollen, nach jenem Lande, wo unfern Brü-