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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 11-12 (1864) · page 26

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Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
11-12 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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186 sendjähriger Haß wieder und wieder dem Talmud andichtete, nichts vorhanden ist. Der Vortrag war aber auch vortrefflich und vr. Cohn verstand es, durch gediegene Form den Inhalt noch fesselnder zu machen, so daß durch den tiefen Eindruck, den derselbe auf diese Gesellschaft, die Elite des gebildeten Potsdams, hervorbrachte, das Band herzlichen Verständnisses und edler Vorurtheilslosigkeit, daS in dieser Gesellschaft die Bekenner aller Religionen umfaßt, verstärkt und für immer gefestigt wird." Wenn dieser Zeitungsbericht wahrheitsgetreu wäre, so müßte man sagen, jener Vortrag des Potsdamer Rabbiners verdiene es, in unzähligen Eremplaren gedruckt und verbreitet zu werden, um doch endlich dem „vieltausendjährigen Haß" zwischen den Juden und Christen ein Ende zu machen, und „das Band herzlichen Verständnisses und edler Vorurtheilslosigkeit" nicht bloß in „der Elite des gebildeten Potsdam," sondern bei allen „Bekennern aller Religionen" herzustellen und „für immer" zu „festigen." Wenn jene „Vorlesung" wirklich das Alles leistete, waö der Berichterstatter behauptet, so wäre dieselbe nicht nur ein Meisterstück, sondern ein Wunderwerk jüdischer Beredsamkeit. Aber wie wenig es jener Anzeige um die lautere Wahrheit zu thun ist, gebt schon daraus hervor, daß in derselben die Versammlung, vor welcher der Vortrag gehalten wurde, ein „christliches Publikum" genannt wird, während es doch zugleich heißt, daß „das Band herzlichen Verständnisses in dieser Gesellschaft die Bekenner aller Religionen umfaßt." Ob wirklich „ in dieser Gesellschaft" in Potsdam Christen, Juden, Heiden und Türken vertreten sind und ob, wenn dieses der Fall wäre, eine solche Gesellschaft noch ein „christliches Publikum" genannt werden könne, wissen wir nicht. — Ferner spricht der Berichterstatter von „ einem vieltausendjährigen Haß" gegen den Talmud. Wir wissen nun freilich auch nicht, ob der Verfasser jener Anzeige wirklich noch den Glauben der rabbinischen Juden theilt, Moses habe auf dem Berge Sinai außer dem schriftlichen Gesetz, d. i. die 5 Bücher Mosiö, auch noch eine mündliche Lehre empfangen, so daß der Berichterstatter das Alter des Talmuds auf etwa 4000 Jahre schätzte und dies also die vielen tausend Jahre wären. Das wäre ja möglich. Der „Haß"

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