Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 9-10 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554733-2554739--04193-2560114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
159 auSwanderte, wie derselbe auf dem Schiffe seine Reisegefährten zum Abendgebet zu versammeln pflegte und wie ihm am Ende der Reise allgemein dafür gedankt wurde; er ermahnt dann noch zu gläubigem und geduldigem Fortfahren im Werke des Herrn, da die Verheißungen des Herrn gewiß und wahrhaftig sind und schließt mit den Worten: Lasset unS harren im Geiste des Gebets, daß der Herr sein Wort erfüllen und all das Gute thun wird, das er verheißen hat, denn cs wird auch nicht dirS Geringste ausbleiben. Der Prediger Herr Fremantle unterstützte die bereits mitgetheilte Resolution. In seiner Rede theilte er Einiges aus einem Briefe mit, den er von einem Verein von Damen in St. Petersburg erhalten hatte, die sich der Judensache annahmen. Diese Damen, erzählt der Prediger, besuchten die Häuser der Juden und fanden da großes Elend. Einige Missionare kamen nach Petersburg, predigten das Evangelium und erließen einen Aufruf zum Besten derMisstonS- Kirche in Berlin. In Folge dessen konnten 600 Pfund Sterling nach Berlin zu genanntem Zweck gesandt werden. Ein großes Interesse wurde rege und die Damen kamen zusammen und sagten, wir müssen in Petersburg ein Asyl für die Juden und eine Schule für ihre Kinder haben. Sie befahlen die Sache im Gebet dem Herrn und die Mittel zur Gründung eines Asyls fanden sich. Bor allen Dingen beschlossen wir, sagen die Damen, eine Schule für arme jüdische Mädchen zu eröffnen, und ein Asyl für Waisen oder sehr Hilfsbedürftige. Nachdem wir den Herrn um seinen Segen und Beistand angefleht hatten, wandten wir uns vertrauensvoll an unsre theure und geliebte Kaiserin, um ihre Genehmigung und Protection für unser Unternehmen zu sichern. Unser Vertrauen wurde nicht beschämt. Unsre theure Kaiserin hat unserem Institute ihren gnädigen Schutz zugesagt. Der Herr wolle ihr reichlich lohnen hier auf Erden und dort oben. Ein christlicher Herr bot unS bis zum 1. Juli 1364 in seinem Hause 4 Zimmer zu freier Benutzung an. Der Herr segne ihn und seine Familie. Ein Freund schickte uns als erste Liebesgabe ein Stück Leinwand und von Andern kam bald andere Hilfe. Gaben und Liebesbeweise flössen bald auf verschiedene Weise, und in kurzer Zeit war unsre Schule und unser Asyl mit fast allem Rotbwendigen