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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 9-10 (1864) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
9-10 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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150 Die Geschichte Israels giebt mir ein Zeugniß von dem göttlichen Chareckter der heiligen Schrift. Dem Volke Israel vertrauete Gott seine Zeugnisse und wir müssen die Weisheit Gottes in der Wahl dieses Volks bewundern, daß sie der Zeuge und Träger der heiligen Offenbarung sein sollten. Jedermann, der seine Bibel liebt, muß dem Juden dankbar sein für die Treue, mit der er das ihm anverlraute Pfand bewahret hat, indem er weder dazu that, noch davon wegnahm, so daß von Geschlecht zu Geschlecht das heilige Buch in treuem Verwahrsam des jüdischen Volkes ist. — Der Redner erwähnt dann, daß Israels Größe und Herrlichkeit darin bestand, dies Wort Gottes zu besitzen, und daß andererseits Israels Mängel und Gebrechen nur ein Zeugniß sind für den göttlichen Charakter der heiligen Schrift. Denn, sagt er, wie könnten wir erwarten, daß je ein solches Buch, wie die Bibel ist, aus jüdischem Verstände und Wissen sollte hervorgegangen sein? Wenn man die Bibel mit der ganzen alten Literatur vergleicht, so findet sich nirgends ihres Gleichen; und doch wissen wir sehr wohl, daß von Anfang bis zu Ende das jüdische Volk, wenn wir es abgesondert von der Bibel betrachten, sich in geistiger Beziehung nie zu einem höher» Standpunkt erhoben bat, als die andern Nationen... Hier haben wir daher die große Wahrheit vor unS, daß während die göttliche Offenbarung wie ein Sonnenstrahl die jüdische Nation berührte, und überall, wo diese Berührung stattfanb, klare Erleuchtung hervorbrachte, der Reff der Nation im Dunkeln blieb. Denn außer der Bibel, wo find die Philosophen, die Poeten, die Geschichtsforscher Israels?.. Als die göttliche Offenbarung begann, als das Gesetz Moses gegeben wurde, waren sie ein niedriges, elendes Sklavenvolk; und als die Offenbarung in ihrem schönsten Glanze endete, und Gnade und Wahrheit durch Jesum Christum kam, waren sie die verachteten Unlerthanen der Römischen Regierung. Sie waren ein engherziges, vorurtheilSvolleS, selbstgerechtes Volk und in ihrem ganzen Charakter jener weitherzigen, reinen und geistigen Religion entgegengesetzt, die auS jenem Söller in Jerusalem hervorgegangen ist, um die Welt zu segnen. — Der Redner zeigt dann, daß die Offenbarung nicht von Israel ausging noch auSgehen konnte, sondern daß wir

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