Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 9-10 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 auch nur alle Israeliten so arm sein sollten, keinen Heller in der Tasche zu haben, hat niemals stattgefunden nnd wird niemals stattfinden. Sagt nicht schon der Herr durch Mose: „ Es werden allezeit Arme sein im Lande" 5. Mos. 15,11 und Spr. Sal. 22, 2 heißt es: „Reiche und Arme müssen unter einander sein; der Herr hat sie alle gemacht." Eö ist dies „wichtige Ereigniß," das die Rabbinen als ein Zeichen der nahe bevorstehenden Ankunft des Messias hingestellt haben, eben so trügerisch, wie ein anderes, wenn sie sagen, es müssen entweder Alle gut oder Alle schlecht sein. Ganz andere und in der That zuverläßige, untrügliche Zeichen für die erste Erscheinung deö Messias giebt unS daö Wort Gottes, wenn Jakob 1. Mos. 49, 10 in seinem Segen an Juda spricht: „Es wird das Scepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen;" oder wenn die Propheten Haggai (Kap. 2) Maleachi (Kap. 3) aufs bestimmteste bezeugen, der Messias müsse zur Zeit des zweiten Tempels erscheinen; und wenn Daniel (Kap. 9) die Zeit genau dahin bestimmt, daß von dem Ende der babilonischen Gefangenschaft an bis zur Erscheinung deö Mefstaö 70 Jahrwochen, d. i. 490 Jahre vergeben würden; und wenn er besonders hinzufügt, daß dann der Messias werde getödtet und darauf der Tempel zerstört werden. Das sind in der That „wichtige Ereignisse," auf die uns daS Wort Gottes hinweist, Ereignisse, die nicht bezweifelt und in Frage gestellt werden können. Was man auch für Schwierigkeiten und Einwürfe gegen die Weissagung Daniels erheben mag, das Eine ist unwidersprechlich, der Messias mußte erscheinen und getödtet werden vor der Zerstörung des zweiten Tempels. Mit der Zerstörung dieses Tempels wurde auch zugleich alle Hoffnung auf das Kommen eines andern Messias vernichtet. Wer sich da noch für den wahren Messias ausgab oder auSgeben wollte, der verdiente ohne Weiteres schon keinen Glauben mehr. Daß die orthodoxen Juden sich so fest an die von Menschen erdichteten Vorschriften und Lehren anklammern, und auf diese eben so großes Gewicht, wenn nicht noch größeres als auf das reine GotteSwort legen, ist das Betrübende und wird jederzeit daS Trau-