Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 7-8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 meinen? JmKeantwortung dieser Frage können wir zunächst denen nicht beistimmen, die dieses Friedensreich überall und zu aller Zeit finden, wo nur das Reich Christi vorhanden ist, so daß der Friede nur eben der innere Friede sei, den der wahre Unterthan Jesu Christi auch bei allem äußern Kamps und Streit genießt. Es kann uns natürlich nicht im Entferntesten auch nur einen Augenblick einfalleu, diesen Frieden mit Gott in dem Herzen eines begnadigten Sünders, von dem die Schrift sagt, daß er höher ist, als alle Vernunft und Herz und Sinne bewahrt in Jesu Christo, verkleinern oder irgend wie bestreiten zu wollen. Das sei ferne! Aller Reichthum, alle Herrlichkeit der Welt mit allen Freuden und Genüssen kann den Frieden nicht aufwiegen oder ersetzen, den Jesus Christus den Seinigen verheißt, die in der im Argen liegenden Welt find, wenn er zu ihnen spricht: „Meinen Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!" — Aber dennoch müssen wir sagen, daß das Friedensreich des Messias, von dem Ps.72 redet, nicht in diesem geistlichen Frieden aufgeht noch aufgehen kann. Es ist offenbar in diesem Psalm, wie in den andern Stellen , ähnlichen und gleichen Inhalts, nicht bloß von einem inner«, verborgenen Frieden des Herzens die Rede, sondern von einem solchen, der sich äußerlich in jeglicher Beziehung kund giebt. Ueberall ergießt sich nur Friede und Gerechtigkeit, nirgerrds findet Verderben noch Verletzen statt, man wird nicht mehr kriegen lernen, die Spieße und Schwerter werden zu Sicheln und Pflugscharen gemacht; Alles ist Ruhe und Friede. So wenig das ruhige und friedliche Regiment Salomos mit dem unruhigen und kriegerischen seines Vaters Davids zusammenstel und nur Ein Regiment bildete, sondern vielmehr der vierzigjährige Friede dem vierzigjährigen Kriege folgte: so wenig kann auch das messianische Friedensreich mit dem Kampf und Streit zusammenfallen, den wir bisher gewahren und erfahren. So gewiß das Davidische Kampfesreich äußerlich in Erscheinung trat und die Kriege wirkliche leibhaftige Kriege waren, und so gewiß auf diese blutigen Kriege ein langer äußerer Friede folgte, so gewiß auch bisher das Reich Jesu Christi als ein kämpfendes und streitendes erscheint, das darum auch ein Kreuzreich oder die streitende Kirche genannt wird: so gewiß wird dasselbe auch noch als