Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 7-8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/2554541-2554733-2554738--04144-2560064- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 Jene drei Psalmen nämlich besingen offenbar einen und denselben König, der aber weder David noch Salomo noch irgend ein anderer König Israels sein kann; denn er ist nach Ps. 8 in einem ganz besondern Sinne der Sohn GotteS; Ps. 45 wird er selbst Gott genannt und nach Ps. 118 erkennt ihn David nicht nur als seinen Herrn an, sondern Jehovah selbst, der doch bezeugt: „ich will meine Ehre keinem Andern geben," spricht zu diesem Könige: „Setze dich zu meiner Rechten", und erzeigt ihm damit die allerhöchste Ehre. Das Reich dieses Königes erstreckt sich nach Ps. 8 über die ganze Welt, denn der Herr verspricht ihm die Enden der Erde zum Eigenthum zu geben und fordert die Könige und Richter der Erde auf sich diesem Könige zu unterwerfen. Aehnlich redet Ps. 45 von den Völkern in aller Welt, über die dieser König Fürsten setzt, und Ps. 118 von seiner Macht unter den Heiden. Von seiner Gnade oder Ungnade hängt ewiges Wohl oder Wehe ab. Solche Züge passen auf keinen gewöhnlichen König. Daß dieser nur der Messias sein kann, haben selbst die älteren Juden anerkannt. „Roch Kimchi und Jarchi gestehen," wie Hengstenberg in seiner Christologie zu Ps. 8 bemerkt, „daß die messianische Erklärung bei ihren Vorfahren die herrschende gewesen sei und der Letztere giebt auf eine sehr aufrichtige Weise den Grund seiner Abweichung von dieser Erklärung an, indem er sagt, er wolle ihn zur Widerlegung der Ketzer d. h. um die von den Christen aus ihm entnommenen Beweise zu entkräften, lieber von David erklären." Wir enthalten uns hier daher alles weitern Beweises, daß die drei Psalmen messianische Weissagungen sind. Ist aber der König Messias und sein Reich der Gegenstand, von dem diese Psalmen handeln, so hören wir in denselben ja ganz klar und deutlich, welche furchtbaren und gewaltigen Kämpfe es in diesem Reiche giebt. „Im zweiten Psalm hat, wie Gerlach zu Ps. 110 sagt, „der eigentliche Kampf noch nicht begonnen, die Könige erheben sich wider den Herrn und seinen Gesalbten, der Seher warnt sie und droht ihnen, wenn sie nicht zu rechter Zeit dem Sohne Gottes huldigen. Hier in Ps. 118 führt er uns mitten in Schlacht und Sieg." Die Rüstungen der Feinde zum Kampfe gegen den Messias sind großartig. Die Könige und Fürsten der Erde sammt ihren Völkern machen ihre Pläne und An-