Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 5-6 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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folgende Ereigmß, das mir der Lehrer dieser Tage erzählte. AkS der oben erwähnte Priester vor Kurzem dieses Dorf besuchte, redete ihn der blinde Knabe wie folgt an: Tanta.Mein Vater, wollen Sie so gut sein,-mir zu sagen, wer das Kind ist, von dem JesaiaS 9, 6 redet? Der Priester, der solche Fragen durchaus nicht liebt, antwortete : Was nützt es Dir, daß Du das Wort GotteS kernst, der Du keine Augen hast. Thue weiter, was Du bisher gethan hast und bettele dir dein Brod. Tanta. — Ich war vollkommen überzeugt, daß Sie mir keine Antwort würden geben können; was aber meine Blindheit betrifft, so kann ich freilich mit meinen leiblichen Augen nicht sehen; aber mit meine« inner« Augen sehe ich , daß die Stelle, die ich anführte, von Christo, dem Sohne GotteS redet, der unser Heiland ist. Und nun werde ich nicht aufhören, das Wort Gottes zu lernen, und der, »velcher verheißen hat der Vater der Waisen zu sein, wird auch fer. werhiu für meine Bedürfnisse sorgen, wie er eS bisher gethan hat. Dieser stolze Priester ist oft durch die Fragen und Antworten der Kleinen, die er verachtet, in Verwirrung gebracht worden. WaS die fünf Profelyten- Knaben in meinem Hause betrifft, so kann ich sagen, daß ihr Betragen die ganze Zeit, seitdem sie in mein Haus eingetreten, im Allgemeinen zufrieden stellend gewesen ist. Aber eS ist besonders seit Kurzem, daß ich mich der freudigen Hoffnung hingeben darf, daß der Unterricht im Worte Gottes in der Thal auch ihr Herz ergriffen hat. Unter einem Volke, wo Gebete a«S dem Herzen gesprochen ganz unbekannt find, scheint es mir eine große Ermunterung zu fein, wenn man zu verschiedenen Zeiten die Herzensgemein sch ast dieser jungen Christen belauschen kann. Pa geschah es erst am letzten Char--Freitage, ganz früh am Morgen, als das Haus, in dem sie schlafen, noch verschlossen war, daß ich Gelegenheit hatte, ihnen zuzuhören ohne gesehen zu werden. Einer von ihnen betete ernstlich in den Worten, die ich verstehen konnte: „O Herr Gatt, unser himmlischer Vater, nimm doch unsere sündsichen Herzen van uns. Gieb uns neue Herzen, damit wir die große Liebe uusers Heilandes verstehen können, die er uns an diese»