Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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63 der alleinige Führer zu der offnen Thür der seligen Hoffnung und deS LedenS sei. In der Hauptstadt, wo ein Jeder von uns seinem Berufe und Geschäfte nachgehen mußte, wurde unser Umgang unterbrochen. Eines Morgens kam Chacham plötzlich in meine Stube und bat mich flehentlich ihn zu taufen. Ich schlug ihm diese Bitte ab und rieth ihm, die Taufe zu verschieben bis er nach Egypten oder Syrien zurückgekehrt fein werde. Er ließ sich durch meine Antwort nicht zurückschrecken, sondern bat mich immer wieder und wieder, ihm nicht ein Gnadenmittel zu versagen, welches das Sehnen feiner Seele stillen und ihn zu einem Gliede der Kirche Christi machen würde. Da ich im Begriff war nach Genda abzureisen, so bat ich ihn, mich dahin zu begleiten, und taufte ihn daselbst am letzten Sonntage in Gegenwart aller Mitglieder unserer Mission, nachdem er noch einige Tage regelmäßigen Unterricht empfangen hatte. Gestern reiste er nach dem Lager des Königs ab, und wenn er dort nichr aufgehalten wird, so werden wir uns wahrscheinlich nie wieder begegnen, ausgenommen im Geiste vor dem Throne der Gnade. Zum Schluffe will ich Sie nur noch bitten, fortwährend für uns zu beten, und Er, der bisher die Fürbitte der Seinen erhört hat, wird auch in Zukunft unser Werk zur Bekehrung der Sünder und zur Verbreitung des Reiches unsres Heilandes segnen. Es folgen nun noch zwei Briefe, der eine ist von Herrn Flad, der uns schon aus früheren Berichten bekannt ist, der andere aber von Herrn Rosenthal, welcher Herrn Prediger Stern begleitet hat, um in Abysstnien zu bleiben und das Werk der Misston in Gemeinschaft mit Herrn Flad fortzusetzen. Wir theilen auch diese Briefe unfern Lesern mit. Herr Flad schreibt: Nach der Taufe der Proselyten und nach dem Streite über die Opfer, wurden Viele von den Furchtsamen durch die schrecklichen Bannflüche der Priester, welche fich alle Mühe gaben ihre Leute zu bewegen, daß fie Nichts mit den Missionaren zu thun hätten, in Schrecken gesetzt. Aber unerachtet dieses Kirchenbanns erneuerten doch nicht wenige von denen, welche mit uns bekannt geworden waren, ihre Besuche bet uns. Was mir sehr ermuthigend scheint, ist die X