Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Entstellung der biblischen Lehren durch talmudisch-rabbinischeSatzungen und Deuteleien u. s. w.; die aber andererseits nicht müde wird, dem armen, so lange bethörten und verführten und gemißhandelten Volke freundlich entgegen zu kommen und die himmlischen Gaben und Segnungen immer wieder und von Neuem anzubieten, die uns durch Israels Dienst zugeflossen sind und die uns selig machen in Zeit und Ewigkeit. So gewiß wir wissen und überzeugt sind, daß ein armes Menschenherz, gleichviel ob Jude oder Heide, nur Ruhe, Trost und Friede in d em Heil finden kann, das Gott uns in dem Messias Jesus gesandt und zubereitet hat, so gewiß wir wissen, daß weder in dem rabbinischen Judenthum mit seinen 613 Geboten und Verboten Ruhe des Gewissens, Friede des Herzens zu erlangen ist, noch auch in dem armseligen Reformjudenthum, dessen Wesen ja überhaupt nur ein Regiren ist und das weiter Nichts hat als eine religiöse Idee, das zum Kranken nur spricht: sei gesund, oder mache dich gesund, stehe aus, aber ihm keine Arznei zu geben hat, die ihn gesund und stark macht: so gewiß bürgt uns auch unser Heiligthum dafür, daß Israel zuletzt, seiner Jrrgänge müde, renmüthig wie jener verlorne Sohn umkehren und sagen wird: „Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden." — Der Herr unser Heiligthum! Zu diesem Heiligthum wollen wir ohne Unterlaß betende Hände erheben, wie Moses so oft that für sein Israel; da wollen wir nicht schweigen, sondern den treuen und wahrhaftigen Herrn an alle die Zusagen und Verheißungen erinnern, die er seinem alten Bundesvolke gegeben, bis er erbarmend und helfend dreinsteht. Von diesem Heiligthum aus wollen wir zu Israel herantreten und zu ihm sprechen: „Kommt ihr nun vom Hause Jakobs, lasset uns wandeln im Licht des Herrn," wollen Israel bitten und einladen zu dem bisher von ihnen verachteten Jesu zu kommen, der noch immer seine liebevollen Hände nach ihnen ausstreckt und noch heute bereit ist, sie unter seine Gnadenflügel zu sammeln. ES ist auch in diesen Blättern bereits auf die liebliche und rührende Erzählung hingewiesen worden, wie im vorigen Jahrhundert ein christlicher Schneider wtederholentlich unter Thränen einen jüdischen Studenten drin-