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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 3-4 (1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
3-4 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Da liegt Jerusalem, ein Leichnam, um den die Adler sich sammeln. Der Tempel deS Herrn ist verbrannt und die Mauern dem Boden gleich gemacht. Immer aufs Neue will Jerusalem erstehen und immer aufs Neue weihen es seine Feinde der Zerstörung. Und Israel? Anstatt anzubeten im Tempel, darf mit kaiserlicher Vergunst nur einmal im Jahre das Volk die Stadt betreten, u»r über den Trümmern des alten Heiligthums die schmerzgepreßte Brust von lang verhaltenen Klagen zu erlösen. Da, nach 8 Jahrhunderten, wird das Kreuz in die Mitte der Krone eingesetzt, und heiße Flammen der Begeisterung brachen aus in den Herzen die von erster Liebe erfüllt, und, des ersten Christenkaisers hochbetagte Mutter bauet prächtige Kirchen an den Stellen, wo unser Heiland den schwersten Kampf gekämpft und den schmachvollsten Tod zur Ehre Gottes gestorben. Der Herr lässet sei» Zion nicht; aber noch ist die Stunde des Herrn nicht gekommen. Der falsche Prophet wachet auf. Jerusalem, die Freude der ganzen Erde, wird abermals von Barbarenhorden eines falschen Glaubens niedergetreten und kommt unter das Joch der Zwingherrn, von denen es bis heute noch nicht erlöset ist. Zwar sind mächtigen Ganges noch einmal die kreuzgeschmückten Heldensöhne einer glaubensstarken Zeit nach dem Grabe des Erlösers ausgezogen und haben mit ihrem Blute die Stätten des Heils getränkt. Doch auch aus dieser blutigen Saat ist Zion noch nicht aufs Neue erblüht. Ob es wol Gottes Wille ist, daß Zion noch einmal gebauet wird? daß die Feinde des Kreuzes mit der Schärfe des Schwertes aus den heiligen Stätten vertrieben werden? Der Herr lässet sein Zion nicht; denn der Prophet hat verheißen, daß der Herr Zebaoth wie ein Löwe unter seine Feinde wird herniederfahren und streiten auf dem Berge Zion und auf seinem Hügel. Diese Verheißung fällt nicht hin. Unserm in Gott ruhenden Könige ist es zuerst durchs Herz gegangen, daß allein der Löwe aus Juda auch die Feinde Jerusalems überwinden wird. Die Christenheit hat erkannt, daß ihr der Sieg über die Stadt Gottes mit fleischlichen Waffen nicht beschieden ist. Wohlan, so haben Gottesstreiter sich aufgemacht nach der Stadt Davids,

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