Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 leben, ist eine vielbewegte, ernste Zeit, das wird allgemein zugestanden und anerkannt. In politischer und kirchlicher Beziehung, in staatlicher und bürgerlicher Hinsicht, in unserem Vaterlande wie in den angrenzenden Nachbarländern, in unserem Welttheile wie in den andern, überall und in allen Verhältnissen ist ein gewaltiges Regen und Bewegen, eine wilde Gährung und ein verwirrtes und verwirrendes Durcheinander, wie das Toben und Brausen eines vom Sturme erregten ungestümen Meeres, das nicht stille sein kann und dessen schäumende Wellen Koth und Unflath auswerfen. — Die Überschrift unseres diesmaligen Neujahrs-Artikels, entnommen aus Jes. 8, 14, weiset auch auf eine Zeit hin, in welcher es einst in und um Israel eine große Aufregung gab; Viele sahen mit stillerBangigkeit den künftigen Tagen entgegen, Andere drängten mit Ungestüm und ruchlosem Sinn darauf hin, auf eine oder die andere Weise sich Selbsthilfe zu verschaffen. Israel ging in diesen Tagen unterder Regierung des Königes Ahas einer schweren Zeit entgegen. Denn wegen der Verachtung Gottes und seines Wortes konnten die Strafgerichte nicht ausbleiben. Der Prophet Jesaias muß dieselben dem sündigen und ungehorsamen Volke im Namen Gottes und auf seinen Befehl verkündigen. Er thut dieses in eigentlicher und bildlicher Rede zugleich. Israel, oder genauer gesagt, das Reich Juda, könnte, so klein und unbedeutend es auch ist, dem stillen, sanften Wasser zu Siloha gleich, ruhig und sicher sein; aber vergessend und verachtend den allmächtigen Schutz ihres Gottes, sehen und kennen sie keinen andern Trost und Schirm, als den, der sich in irdischer Macht, in einem großen und starken Kriegesheer darstcllt. Hätten sie eine solche Macht, dann würden sie sich für sicher und geborgen halten. Darum aber will der Herr über sie kommen lassen starke und viele Wasser des Stromes, die mächtigen und gewaltigen Fluchen des Euphrat, d. h. den König zu Assyrien, der mit seinen Heerschaaren das Land so überfluthen und überschwemmen wird., daß ihnen — Juda — das Wasser bis an den Hals gehen wird. Doch der Herr kann sein Volk nicht zu Grunde gehen lassen. So viele Feinde sich gegen Juda verbündeten, so groß ihr Zorn gegen das kleine Volk war, der Herr spottet ihrer V. 9, 10. „Seid böse, ihr Volker, und