Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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185 erwählte, und das Gesetz des Herrn macht die Albernen weise. Der leidende Zustand seines Bruders machte einen heilsamen Eindruck aus die ganze Familie S—und da es uns gelang, ihm Aufnahme in das französische Hospital zu verschaffen, so brachte uns das in eine freundliche Beziehung zur ganzen Familie. Während seit Kurzem die Mädchenschule wegen der beständigen Ab- und Zunahme der Schüler eine wechselnde Quelle der Hoffnung und Täuschung gewesen ist, hat in der Schule für Erwachsene ein steter Fortschritt stattgefunden, was uns für den Mangel und die Sorge in Betreff der ersteren mehr als entschädigt. Am letzten Donnerstage fand in der letzter» ein Eramen statt. Unerachtet der erstickenden Luft fühlte ich mich eher erquickt als ermüdet dadurch, daß ich das Eraminiren selbst übernahm. Es war herrlich und interessant, Araber und Juden in ihren Antworten auf Fragen aus der Schrift mit Protestanten und römischen Katholiken wetteifern zu sehen. Am folgenden Sonnabend theilte ich Preise an diejenigen aus, welche sich durch ihr Betragen und ihren Eifer ausgezeichnet hatten. Eine Menge Knaben belagerten unser Haus und warteten auf ihre Kameraden, ihnen zu den kleinen Geschenken Glück zu wünschen. Auch die Frauen-Klaffen für Handarbeit haben mir in der letzten Zeit Freude gemacht. Es ist sehr sonderbar, daß jüdische Mütter keinen Anstaud nehmen, ihre Töchter zur Madame Muraire zu bringen und mit ihnen Handarbeiten zu lernen, während sie sich fürchten, sie in unsere Schule zu schicken. Der Unterricht in diesen Klassen wurde vergangenes Jahr unter Leitung der Madame Muraire begonnen; wurde aber in Folge einer ernsten Krankheit derselben eine Zeit lang unterbrochen. Zu Anfänge und am Schluffe betet Madame Muraire und liest das Wort Gottes. Es ist zwar noch erst ein Tag geringer Dinge, aber der Herr verachtet ihn nicht. Wir wollen arbeiten und wirken mit den Mitteln, die uns gegeben sind, und jede Gelegenheit dazu benutzen, weil es noch Zeit ist. Der Herr gebe, daß die lange Nacht, welche über Israel stch gelagert, bald ein Ende haben und die Nebel und Wolken der Finsterniß und Furcht kurch einen mächtigen vom Himmel kom-