Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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183 hat man die große Schulstube der „kreres Jgnorantins“ zur Aufnahme der Kranken eingerichtet und sich entschlossen, erst halb Genesene zu entlassen. Ich werde bald auf die Krankheit und die Todesfälle der Eingebornen Hinweisen. Diese Zeit ist ohne Zweifel geeignet zur Missionsarbeit, aber eben der Umstand, der die Ursache des Werkes ist, macht auch den Missionar ohnmächtig und beinahe nutzlos. Wir leiden nicht gleich den Missionaren in Lappland von der Härte deS Frosts, noch werden wir des Schlafs von der Kälte beraubt, sondern von der Hitze, und wenn unsere Mitarbeiter im Norden Amerikas ihr Brod mit Mühe vor Frost behüten, so ist es uns im Norden Afrikas unmöglich, unsere Lebensmittel vom Verderben zu bewahren. Die vorstehenden Bemerkungen werden nicht als zwecklos angesehen werden können, da sie hier ganz zutreffen. Die furchtbare Geißel der Cholera wüthet, wie man sagt, in Bona, Batua und Biskra. Ihre Wirkungen werden auch in Konstantin« gefühlt, aber auch dies kommt von dem Herrn der Heerschaaren, der da wunderbar ist in seinem Rathe. Ich glaube sagen zu dürfen, daß seit Kurzem eine geringe Zunahme in der Zahl der Juden, die uns besucht, und derer, die nach der Wahrheit forschen, wie auch eine Besserung in ihrer Gemüthsstimmung bemerklich ist, obschon in weit geringerem Grade, als früher in der entsprechenden Jahreszeit. Sieben erwachsene Juden haben um regelmäßigen Unterricht gebeten mit der Absicht, getauft zu werden, und ein Knabe zwischen zwölf und vierzehn Jahren wurde von seinem Bruder zu mir gebracht, der mich bat, ihn zu unterrichten. Fünf von ihnen sind theils ganz weggeblieben, theilS weniger standhaft gewordm, zwei gewähren eine große Befriedigung. Ich hoffe jedoch die Andern wieder zurückkehren zu^sehen, da die Ursache ihres Wegbleibens das Forschen nach Wahrheit eher beleben muß, alS dasselbe aus ihrem Herzen verdrängen. Die erste und vornehmste Ursache, welche die Juden gegenwärtig von ihren regelmäßigen Besuchen zurückhält, ist die Furcht vor dem Tode, die jedes Herz — besonders das Herz des Juden — befällt in Folge der großen Sterblichkeit, die seit mehreren Wochen unter der eingebornen Bevölkerung der Stadt herrscht. Kaum ist die