Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 seiner rabbinischen Schule frei sei, wo.er, wie er sagte, im Talmud unterrichtet werde. Ich sagte ihm, daß in unserer Schule der Talmud als dem Worte Gottes unversöhnlich entgegen und als den Menschen von Gott abführend entschieden verworfen würde. Hierauf antwortete er, daß, was ihn beträfe, er sich längst von dem Talmud würde losgesagt haben, daß er aber aus Furcht vor seinen jüdischen Nachbarn gezwungen würde, seinen Sohn darin unterrichten zu lassen. Sein Sohn wurde natürlich nicht in die Schule ausgenommen, worüber er sehr betroffen war. Eine andere jüdische Familie, mit der ich bekannt war, ehe ich Jassy verließ, sandte mir, als sie von meiner Ankunft hörte, eine dringende Einladung, sie zu besuchen. Das erste, um das sie mich baten, war eine Darlegung der Gründe von meinem Glauben an das Christenthum, wie auch die Beweise der Inspiration des Neuen Testaments. Auch waren mehrere andere Juden und Jüdinnen zugegen, welche die Neugierde, mich zu sehen, h'ingezogen hatte, aber alle warteten mit Ungeduld zu hören, was ich zu sagen hätte, und welche Beweise ich für den göttlichen Ursprung der Religion Jesu würde darbringen können. Zuerst richtete ich an sie einige ernste und nachdrückliche Worte über die Nothwendigkeit, daß wir uns, wenn wir zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen wollen, aller Vorurtheile, die wir entweder aus Gewohnheit oder durch Erziehung eingesogen haben, entkleiden und in der Forschung nach Wahrheit nicht allein mit der größten. Unparteilichkeit, sondern auch mit einem wahren Verlangen, den Willen Gottes gegen uns zu erkennen, fortfahren müssen, da von der Entscheidung, welche wir treffen, das ewige Schicksal unserer Seele abhängt. Dann machte ich mich daran, ihnen in der Person und dem Worte Jesu von Nazareth die volle und ganze Verwirklichung derjenigen Weissagungen zu zeigen, welche in ihm ihre Erfüllung gefunden haben, und ich bat sie, dieselben zu studiren und zu prüfen mit dem Gebete, daß der Geist Gottes sie zur Wahrheit führen, sie erleuchten und die geistige Finfterniß zerstreuen wolle, in welche der Satan ihr ganzes Volk gehüllt habe, damit es seinen Messias nicht erkenne. Das Gespräch wurde durch keinen Widerspruch von Seiten der Hörer unterbrochen, und beinahe alle, welche