Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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«MPM 160 hasten, reinen Leben zu lernen, als in den Modeschulen, „Pensionate" genannt, erwartet werden kann, wo die Jugend eine Art äußerer Politur erhält ohnedieBildung des Herzens undGemüths, welche durchaus nöthig ist, die Leute brauchbar in der Welt und glücklich in Zeit und Ewigkeit zu machen. Es giebt keinen aufgeklärten Juden hier, der nicht wisse, daß unsere Erziehung eine streng schriftgemäße ist, so daß sie mit ihrer Sorge an ihrer Wohlthat Theil zu nehmen gewisser Maßen unfern Unterricht unterschreiben. Die Unterweisung der Erwachsenen hat während der letzten Monate die möglichst weiteste Ausdehnung erhalten. Den beiden Abendschulen, di« bereits mit den Tagesschulen verbunden sind, ist seit Februar eine Klaffe für junge Männer zugefügt worden, welche auf der türkischen Universität Medicin studiren. Die Hauptabsicht dieser Jünglinge war, englisch zu lernen; da sie aber auch regelmäßig die Bibelstunden am Sonnabend besuchten und überdies wünschten, biblischen Unterricht zu erhalten, so wurde diese besondere Arbeit für sie nicht für überflüssig gehalten. Mit diesen Jünglingen pflegte ich drei Mal in der Woche in Balat zusammen zu kommen, im Laufe der Zeit aber wünschten Andere auf der Seite Haskeug's des Goldnen Horns ähnlichen Unterricht zu erhalten; und obschon dies außerordentliche Anstrengung erforderte, so fühlte ich doch, daß ich kein Opfer für zu groß halten dürfe, eine Klasse von Leuten, welche bisher unzugänglich gewesen sind und doch wegen ihrer höhern Bildung und freieren Ansichten sehr ermuthigende Aussichten darbieten, unter den Einfluß des Evangeliums zu bringen. Vor drei Wochen baten zwei dieser jungen Leute um die Taufe. Da die Eindrücke von göttlichen Dingen bei ihnen noch zu neu waren, als daß sie volles Vertrauen in ihre Beständigkeit gewährt hätten, so wurde ihnen gesagt, chaß wir nicht so sehr für Taufen der Juden wirken, als für ihre Bekehrung, für das Besprengen ihres Gewissens mit dem Blute des Sohnes Gottes, für ihre gänzliche Erneuerung durch den heiligen Geist. Das, sagte ich ihnen, sind Dinge von langsamem Wachsthum; ihre Wünsche aber könnten erfüllt werden, wenn sie bei einem Leben in Demuth, Gebet und Heiligung verharrten. Dieses Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen, preis fiir den Jahrgang 10 Sgr. Zw Commission: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch u. Comp, in Breslau.