Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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147 „Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ich'S fordern." Wer kann diese Mark und Bein durchdringende Drohung lesen, ohne in derselben, verbunden mit den klaren Zeugnissen der Geschichte bis auf den heutigen Tag, den kräftigsten und thalsächlichsten Beweis zu finden, daß der Prophet wie Moses kein anderer ist und sein kann als Jesus Christus? Denn wiewohl Israel zu keiner Zest seinen Propheten Gehör gegeben hat, sondern alle Knechte des Herrn vielmehr die traurigsten Klagen über Israels Ungehorsam führen: so kann man doch aus der ganzen Geschichte kein solch besonderes Straferempel anfnhren, das der heilige und gerechte Gott an Israel für Verachtung eines oder des andern Propheten aufgestellt hätte, wie das ist, das auf die Verwerfung Jesu Christi folgte. Als die Stimme der letzten Propheten verstummte, blieb Israel noch 500 Jahre in seinem Erbe und Lande. Aber als sie den Propheten wie Moses, den Messias Jesus, getödtet hatten, da forderte es Gott sehr bald von ihnen auf eine so furchtbare und entsetzliche Weise, wie die Geschichte kein anderes Beispiel aufzuweisen hat. — Aber nicht nur an Israel hat sich die Drohung bewahrheitet, sondern andere Völker und Nationen haben es in den 18 Jahrhunderten der christlichen Zeit erfahren und durch ihre traurige Erfahrung bestätigt, daß es eine unumstößliche Wahrheit ist: Jesus Christus ist der Prophet wie Moses, und wer diesen Propheten, diesen Mittler zwischen Gott und den Menschen verachtet, von dem fordert es Gott. Alle Züge in unsrer Stelle sprechen demnach klar und deutlich dafür, daß nicht Josua, nicht Jeremias, noch irgend ein Prophet hier zu verstehen ist, sondern Jesus Christus, der uns zum Mittler und Versöhner gegeben ist, daß wir in seliger Friedensgemeinschaft mit Gott stehen können und sollen; an dem wir uns aber, wenn wir nämlich nicht auf seine freundlichen und beseligenden Lehren hören, sehr leicht so versündigen können, daß wir dem schweren Zorngericht Gottes verfallen. Darum ruft uns aber auch der Psalmist zu: „Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl Allen, die auf ihn trauen. _ 10*