Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 9-10 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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130 gung, daß die Tobten dereinst auferstehen werden, zur Zeit, wenn der Wille des Schöpfers, hochgepriesenen Namens und ewig erhabenen Andenkens, dies bewerkstelliget" — aufgegeben. Ja der Kern und Stern, der Mittelpunkt aller Offenbarung, der Trost und HoffnungSanker aller armen Sünder zu aller Zeit von Adam an, der persönliche Messias, der bereits vor unsrer Zeit blos ein Gegenstand „zahlreicher Sprichwörter und Witzeleien" geworden war, ist in dem Glaubens- oder vielmehr Unglaubensbekenntniß der jüdischen Reform gestrichen. Und damit noch nicht zufrieden, hat man kein Bedenken getragen, die ganze Religion in einen bloßen Gedanken, einen inhaltsleeren Begriff aufzulösen; Gott ist nach demselben nicht mehr ein concretes, persönliches, wirkendes und schaffendes Wesen, sondern eine bloße Idee. Um nun auch über diese und andere aufgegebenen und abgeschafften Lehren nicht weiter behelliget zu werden, da eö ja doch Glaubenssätze sind, die in dem von Gott selbst gegebenen Gesetze, wie in seiner ganzen heil. Offenbarung des alten Testaments klar und deutlich enthalten sind: so hat die geschichtliche Entwickelung auch den Stab über diese Offenbarung Gottes gebrochen. Und während das Judenthum früher in dem 8. Artikel seines Glaubensbekenntnisses bekannte: „Ich glaube aufrichtig und mit wahrer Ueberzeugung, daß alle Worte der Propheten wahr sind," erklärt die heutige Cultur die göttliche Autorität des ganzen alten Testaments für Null und nichtig und vermißt sich durch Prüfung und Sichtung erst heraus zu suchen und zu finden, was wahr sei und was nicht. Es kann daher wohl schwerlich in Abrede gestellt werden, daß hier ein gänzlicher religiöser Bankerott eingetreten ist. Man könnte hier vielleicht einwenden, wie stimmt denn aber ein solcher Zustand in der jüdischen Reform mit ihren seit einiger Zeit gemachten Anstrengungen, die Bibel in hebräischer und andern Sprachen zu drucken und zu verbreiten, und zwar nicht nur unter den Juden, sondern auch unter den Christen? Dieser Widerspruch, in welchem sich hier die Reform mit sich selbst befindet, ist wohl nicht der einzige, und die Sache würde nur dann räthselhaft sein, wenn die Lösung nicht, wie es hier der Fall ist, auf der Hand läge. Denn einmal ist und bleibt es eine unleugbare Wahrheit, daß man auf