Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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125 früheren Brüdern in Streit, die Opfer betreffend, und da geschah eS, daß sie von dem Gesetze deS Landes Gebrauch machten, indem sie ihre Brüder damit banden, daß die Sache untersucht werde." Hierauf miandte sich der König zu den Proselyten und fragte sie: „Aus welchem Grunde habt Ihr Eure Brüder in ihren Opfern gehindert?" Beru Paulus, als der Tüchtigste von ihnen, stand aus, um zu antworten. „Ew. Majestät," begann er, „als wir Felaschas waren, beobachteten wir das Gesetz sehr streng, wie alle Anordnungen unserer Priester und hofften, daß wir dadurch das ewige Leben ererben würden. Wir waren so unwissend, daß wir nicht einmal wußten, was in unfern Büchern geschrieben stehe. Aber als die Missionare kamen, erhielten wir die amharische Bibel und unsere Jrrthümer wurden uns einer nach dem andern aufgedeckt. Wir fanden darin einen dreieinigen Gott und fanden, daß Christus, den wir verspottet oder wenigstens für ein Geschöpf gleich uns selbst gehalten hatten, der wahrhafte Sohn Gottes ist. Wir fanden, daß, da Gott seinen geliebten Sohn zu einem allgenugsamen Lösegelde für Sünder^ gegeben hat, es in seinen Augen ein Gräuel sei, in dieser Zeit und an diesem Orte Opfer zu bringen. AlS uns Gott diese Wahrheiten geoffenbaret hatte, so entschloffen wir uns, ihm gehorsam zu sein, obschon wir viele Zweifel und Schwierigkeiten zu besiegen hatten. Von dieser Zeit an waren wir dem Hasse unserer Verwandschaft ausgesetzt, überall griffen sie uns an und so geschah es, daß einer von uns erklärte, daß ihre Opfer in den Augen Gottes ein Gräuel seien, und da sie sehr hart gegen ihn waren und wünschten, daß er widerriefe, so forderte er sie „ba Theodorus mut“ heraus, ihr Opfern zu unterlassen, bis es untersucht sein werde, ob er Recht oder Unrecht habe. Wir bitten Ew. Majestät, daß die Bücher aufgeschlagen und untersucht werden, ob wir irgend Etwas gegen das Wort Gottes gesagt haben, und wir wollen widerrufen und uns jeder Strafe unterwerfen, die uns Ew. Majestät auferlegen werden." Der König hatte mit sichtbarer Aufmerksamkeit der Rede B eru's zugehört; nach einer Panse wandte er sich zu mir und fragte: „Opfern die Juden in Ihrem Lande noch?" „Nein, sie halten eS für einen Gräuel, seitdem der heilige Ort, den derHerr selbst erwählt hat,