Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 7-8 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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AOb 16 stamente. Diese Thatsache, die schon beim ersten Ueberblick erfreu» lich sein muß und den Eifer und die Thätigkeit der Kolporteure unserer Gesellschaft zeigt, wird noch vielmehr so erscheinen, wenn man bedenkt, daß das vergangene Jahr für die Bewohner Jassy's ein Jahr der Noth war, wie bisher kaum eins gewesen ist, da nur wenige Familien in Folge der Verlegung der Residenz des Fürsten nach Bucharest keinen Verlust an ihrem Einkommen erlitten hätten. Daß eine so große Zahl der heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments bei dem großen Mangel an Geld verbreitet worden ist, ist gewiß sehr erfreulich. Im vergangenen Monate schrieb mir ein Israelit, daß er an die Wahrheit des Christenthums glaube, und bat mich, ihm zu rachen, welchen Weg er nun einschlagen solle. Es ist wohl kaum nö« thig, zu erwähnen, daß das einzige Hinderniß, das ihm zum Christenthume überzutreten oder vielmehr dasselbe öffentlich zu bekennen, im Wege stand, die voraussichtliche Schwierigkeit war, wie er sich als getaufter Israelit erhalten könne, und das war eS auch, worüber er meinen Rath hören wollte. Bei seinem Besuche fragte ich ihn, was ihn zu der Ueberzeugung gebracht habe, daß Jesus von Nazareth der Messias sei, und ich that das, um mir ein Urtheil über seine Aufrichtigkeit zu bilden. Er hat mehrere von den Traktaten unserer Gesellschaft gelesen; das aber, welches den tiefsten Etndrnck auf ihn gemacht zu haben scheint, ist das „Glauben in Israel," und hier war es besonders wieder die Geschichte von vr. Frankel, die seine Aufmerksamkeit erregte und ihn zum weitern Forschen antrieb. Wie wahr ist es doch, daß Beispiele mächtiger sind als Gebote. WaS nun den Rath betrifft, den er von mir zu haben wünschte, so legte ich ihm, da ich ihm keine Stelle anzubieten hatte, noch es besser wiffen konnte, als er selbst, womit er in der nächsten Zukunft als getaufter Israelit sich ernähren könne, folgende Frage vor: „Angenommen, Sie hätten einen Plan im Kopfe, dessen erfolgreiche Ausführung ihre Stellung in der Welt sehr verbessern würde, und angenommen, daß zur Ausführung dieses Planes ein kleines Kapital nöthig wäre, das Sie jedoch gegenwärtig nicht besitzen, was würden Sie unter solchen Umständen thun? — Ich meine, Sie würden Ihre