Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554725-2554729--03919-2559832- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
89 an seinen Heiland machte ihn stark. Noch kurz vor seinem Heimgange empfahl er in einem kräftigen Gebete sich und die Seinigen dem Herrn. Als er fühlte daß sein Ende herannahe, rief er aus: „Herr Jesu hilf, Herr Jesu, komm und hilf mir!" Da drückte er seiner lieben Frau die Hand, blickte nach oben, faltete dann seine Hände und entschlief. Das letzte Wort, das von seinen sich bewegenden Lippen noch vernommen wurde, war das Wort: Jesus. Der Entschlafene hat sein Alter auf 65 Jahre und 16 Monate weniger 3 Tage gebracht. Er war zweimal verheirathet. Am IS. October 1824 verheirathete er sich mit Frl. Amalie Habel in Berlin. Obwohl dieselbe aus einer angesehenen, reichen Familie war, war ihr Herz doch los von der Welt und hing am Herrn. Gleich dem Verstorbenen war auch sie wohlthätig gegen Jedermann. Mit ihrem Vermögen diente sie daher der Mission und andern christlichen und kirchlichen Zwecken. Eie lebten in einer glücklichen, aber kinderlosen Ehe. Den 3. August 1848 starb sie selig im Glauben an ihren Herrn und Heiland. Am IS. Februar 1852 verband sich unser B. mit Frl. Maria West, der nunmehrigen Wittwe. Auch in ihr fand der Entschlafene eine gläubige und treue Lebensgefährtin, die Freude und Leid, wie sie im menschlichen und namentlich im Missionsleben Vorkommen, treulich mit ihm getheilt und ihn in feiner letzten Krankheit bis ans Ende, Tag und Nacht, mit unverdrossener Aufopferung und Liebe sorgfältig gepflegt hat. Sie hat ihm zwei Knaben geboren; den jüngsten nahm der Herr bald wieder zu sich; der älteste 10 Jahr, mit Namen Wilhelm, ist demnach der einzige Sprößling unseres B. Aus dem Vorangehenden ist ersichtlich, daß der Entschlafene von früher Jugend an im Glauben des Sohnes Gottes lebte. Reben großer Liebe und Freundlichkeit, mit der er einem Jeden alsbald entgegen kam, war auch stets ein gewisser Ernst an ihm wahrzunehmen. Man konnte und kann auf ihn recht eigentlich die Worte anwenden, die Mal. 2, 6 von dem Priesterstande gesagt sind: „Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und ward kein BöseS in seinen Lippen gefunden. Er wandelte vor mir friedsam und aufrichtig und bekehrte viele von Sünden." Er war einer von den