Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 5-6 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 wir Joh. 17 lesen und sein Opfertod, den er litt, welchen Theil des hohenpriesterlichen Amtes Jesu Christi der Brief an die Ebräer in mehreren Kapiteln ausführlich behandelt. — Die beiden Hadnlungen, die von Melchisedek erzählt werden, dass er Brod und Wein hervortrug und Abraham segnete, finden stch ebenfalls im Gegenbilde, an dem rechten und vollkommenen Priefterkönig Jesu Christo. Er kommt auch mit Brod und Wein im heiligen Abendmahl, das er den müden Streitern zu ihrer Stärkung und Erquickung darbietet, wenn er spricht: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; nehmet hin und trinket, das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Und wie der Midrasch sagt, daß Melchisedeks Brot und Wein ein Vorbild auf die Speis- und Trankopfer gewesen sei, so weist der Genuß des Brodes und Weines Jesu Christi im heiligen Abendmahl hin auf das Opfer, das er für uns dargebracht; denn so oft wir von diesem Brod essen und von diesem Kelch oder Wein trinken, verkündigen wir den Tod des Herrn. — Hat je ein Hoherpriester ein Volk oder einzelne Menschen gesegnet, so hat es der Hohepriester Jesus Christus gethan, und thut es auch fort und fort ohne Unterlaß. Weder Melchisedek noch Aaron noch einer seiner Nachfolger konnte seinem Segnen auch die Kraft verleihen, d. h. den Segen selbst mfitheilen, sein Segnen war und blieb immer nur ein Anwünschen deö Segens, wie ja auch die Segensformel nur ein Wunsch ist: der Herr segne dich, er möge, er wolle dich segnen. Der Segen selbst kam vom Herrn, Er allein konnte und mußte ihn geben; daher schließt auch die Verordnung des Herrn, daß die Priester die Kinder Israel segnen sollten, mit den Worten: „Ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, daß Ich fie segne." Derjenige, der aso in der That und Wahrheit segnete, war nicht der Hohepriester, sondern der Herr; der Hohepriester vermittelte nur den Segen. Jesus Christus ist aber der Hohepriester, der auch die Gaben und Güter, die in den Segensworten ausgesprochen werden, zugleich mitlheilt. Wir dürfen nun sein Segnen nicht blos auf 'einzelne Worte und Handlungen beschränken, wie z. B. wenn er die Kinder segnete, die von ihren Müttern zu ihm gebracht wurden, oder wenn er seine