Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 1-2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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LS mit den sieben Geboten zu beschäftigen, die ihnen vorgeschriebe» sind» Eben so ist der Heide, welcher einen Ruhetag hält, wenn dies auch an einem Wochentage ist, und er ihn zum Sabbath macht, deS Todes schuldig. Es braucht nicht erst erwähnt zu werden, auch wenn er sich einen Feiertag macht. Das allgemeine Gesetz ist, daß man ihnen nicht gestatte, in ihrer Religion etwas nach eigenem Gutdünken zu erneuern, oder sich auf eigene Hand Gebote zu machen; sondern er werde entweder ein aufrichtiger Proselyt und übernehme alle Gebote, oder bleibe bei seinem Gesetze stehen und füge nichts hinzu, noch nehme er etwas davon weg. Wenn er sich daher mit dem Gesetze beschäftigt, oder den Sabbath feiert, oder sich eine Neuerung erlaubt, so wird er geschlagen, bestraft und ihm angedeutet, daß er des Todes schuldig sei, aber er wird nicht getödtet." Hilchoth Melachim cap. 10, 9. — Nun wir fragen, ob in den angeführten Stellen des mündlichen Gesetzes „Verfolgungssucht" gelehrt wird oder nicht? Vor mehreren Jahren schrieb vr. Ph. in seiner Judenzeitung, gegen die Einwohner Kanaans sei kein Krieg geboten gewesen noch geführt worden; so kann und wird vielleicht „der Israelit" sagen, daß auch in all den Citaten nichts von Verfolgung enthalten sei. Wenn das der Fall wäre, würde man freilich auch sagen können, daß selbst die spanische Jnquisation keine Verfolgung gewesen wäre und man müßte sich dann nur wundern, wie diese Geschichtskenner überhaupt noch von Verfolgungssucht sprechen können. ES ist wohl nicht leicht möglich, den Beweis klarer und deutlicher zu führen, daß das Judemhum — wir sagen: „das Judenthum", nicht: „die Juden" — verfolgungssüchtig ist, als grade durch die Hinweisung auf die Vorschriften betreffend die sogenannten noachitischen Gebote. Man kann dem Verfasser jenes Aufsatzes in „dem Israeliten" nur zurufen: 8i tavuisses et«. Hättest du geschwiegen, so hätte man dich für einen Weisen gehalten. Könnte man uns Christen in den Schriften, die unsre Erkenntnißquellen, die Basis, unserer christlichen Religion sind, in den Schriften des Neuen Testaments auch nur den hundertsten Theil solcher Grundsätze Nachweisen, wie wir aus dem mündlichen Gesetze angeführt haben, welch' ein Triumph würde da erhoben werden. Ist das