Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 11-12 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Unftr Weg von diesem letzten Orte nach Dangall führte über eiNenLandstrich, der dem bewundernden Blicke die malerischsten und großartigsten Scenen Und Landschaften enthüllte, die sich die Einbildungskraft nur vorstellen kann. Eine Stünde lang durchkreuzten wir eine tiefe und mit Holz bewachsene Schlucht, die von dem fast gleichtönenden Geräusche des Laniader und des weißen Schaumes der ungestümen Wasserfälle belebt wurde; und eine andere Stunde befanden wir uns wieder auf einer sanften Hochebene, die mit reichem Grün bekleidet und mit schattigen Hainen und Lichtungen geziert war. Hier gegen Süden breitete sich der Tsana wie ein Goldfaden bewegungslos aus, dort gegen Osten, jenseits Dcbra Tabor, erhob sich, mit seinen kühn gegen den wolkenlosen Himmel begränzten Umriffen, der bis zur Höhe von 14,670 Fuß sich thürmende Guna. In der That gab jeder Gegenstand nah und fern dieser dünn bevölkerten Gegend einen Zauber, der einen unwillig machte, diesen entzückenden und herrlichen Schauplatz zu verlassen. Gegen Sonnenuntergang erreichten wir Dangall und ließen uns auf eine grüne Wiese nieder, die vom Wasser getränkt und von gierigen und unersättlichen Muskitos belebt war. Diese summenden und blutdürstigen Bewohner der sumpfigen Ebene zusammen mit dem frühen Besuche eines fanatischen Möncheö, der uns seine Bibel zurück brachte, da er fürchtete, daß der Inhalt des Neuen Testaments seinen Glauben untergraben und das fromme Vertrauen des seiner Sorge anvertrauten Volks erschüttern könnte, erweckten uns zu einer sehr unbequemen Stunde von uNserm feuchten und nicht anziehenden Lägen Wir nahmen von dem Mönche das heilige Buch, und erinnerten ihn in einem feierlichen Tone, welcher augenscheinlich durch die dreifach eherne Decke feines Herzens drang, an die furchtbare Schuld, die er damit auf sich lade, daß er Finsterniß dem Lichte und die Vollziehung einiger wenigen von der Furcht dictikten Ceremonien, der wichtigen und beseligenden Wahrheit, die von dem Geiste Gotteö offenbaret sei, vorziehe. Viele FelaschaS von Dangall und den benachbarten Niederlassungen vereinigten sich nun mit uns, und es entstand eine lange und warme Unterredung, wobei der Mönch, der sich eines großen Rufes der Heiligkeit erfreute, die Kraft seiner Lungen in reichem Maße versuchte. Die Sonne schien in ihrer gewohnten Klarheit und ihrem blendenden Glanze an dem wolkenlosen, hochblauen Himmel, als wir unsere Maulthiere bestiegen und die nasse, sumpfige Ebene verließen. Wir waren erst etwa eine (englische) Meile weit gereist, als wir zurück blickten und eine Anzahl Felafchas in athemloser Eile uns nachlaufen sahen. Da wir vermutheten, daß etwas Ernsthaftes vorgefallen sein müsse, ritten wir langsam; aber zu unserm Erstaunen fanden wir, als die keuchende und nach Luft schnappende Gruppe zu uns kam, daß es Priester und Debterahs von verschiedenen Niederlassungen