Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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für uns!" Das Verlangen nach Schulen ist allgemein, und viele Juden baten die Missionare, sie möchten ihre — die jüdischen — Kinder in der Lehre des Evangeliums erziehen. Indem ich aber auf diese erfreulichen Aussichten Hinweise, muß ich die Versammlung erinnern, daß wir noch mit gar manchen Schwierigkeiten uud Hindernissen werden zu kämpfen haben. Aber, my Lord, warum sollten wir bei einem solchen Thema verweilen?.. Wir wissen, daß das Evangelium von Christo zu kämpfen hatte gegen eine fanatische Priesterschaft und ein verblendetes Volk, und doch eroberte grade der Glaube, den man voll Rachgier meinte mit dem Blute der erlösenden Liebe auszulöschen, die größte Beute unter dem Volk, das unter dem Kreuze stand und ausrief: „Hinweg mit diesem; kreuzige, kreuzige ihn!" Sollen wir von Schwierigkeiten und Hindernissen sprechen, da wir einen Gnadenthron haben, ein göttliches Werk treiben und der Herr selbst unsre Hilfe ist? Wir können eher erwarten, daß der Astronom die Sonne in ihrem Laufe anhalten werde.. als daß Gott seiner Verheißungen uneingedenk sein oder die Unterwerfung der sündigen Menschheit unter das Zepter des Evangeliums von Christo hemmen sollte. Indem ich diese Bemerkungen mache, beunruhigt mich durchaus jene Furcht nicht, die europäischen Juden möchten eine Oppositions-Mission nach Abyssinien auösenden, wie einige ihrer Blätter vor Kurzem meldeten. Ich bin fest überzeugt, daß wenn die Juden Agenten nach Abyssinien ausschicken und diese in das Land kommen dürfen, dieselben viel größere Schwierigkeiten zu übersteigen haben werden, um die Felaschas zu bereden, das rabbinische und das Reform-Judenthum anzunehmen, als wir haben, sie zu bewegen, das ewige Evangelium von Christo anzunehmen. Aber was ich fürchte, ist die Verfolgung von Seiten einer abgöttischen Priesterschaft und einer entarteten Kirche. Der Erzbischof von Abyssinien hat mir allerdings feierlich versprochen, daß, wenn wir Gemeinden aus gläubigen Juden bilden würden, diese nicht den Regeln und Gebräuchen seiner eigenen Kirche unterworfen sein sollten, sondern sie würden Duldung und Freiheit des Gottesdienstes haben, ohne jedoch ein Schisma zu bilden und sich von der Kirche zu trennen. Diese anomale Union kann vielleicht unter der gnädigen Lei-