Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 9-10 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554717-2554723--03775-2559684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
153 dere Wendung gaben. Anstatt nur nach Consiantinopel zu gehen, soll ich den Wanderstab ergreifen und die glühenden Wüsten und dürren Ebenen Afrikas durchpilgern. Ich fürchte, daß Viele von Euch, die mit meinem MisstonSleben bekannt sind, mich vielleicht für den beständig wandernden Juden halten werden und für ganz unfähig, meine Kraft und Bemühungen auf ein begrenztes und beschränktes Arbeitsfeld zu concentriren; dennoch bin ich überzeugt, daß manche Herren auf dieser Plattform mir das Zeugniß geben werden, daß ich nicht jene Quecksilbernatur bin, für die man mich dann und wann erklärt. Wollte ich blos meine persönliche Ruhe und Bequemlichkeit berücksichtigen, so würde ich die Küsten des Bosphorus bei Weitem den wilden Gegenden um.den Tbana-See, unv die Residenz des Sultans der Hauptstadt des Königs Theodorus vorzteben. AIS ich vor einem Jahre hier stand, sprach ich von der neu gegründeten Mission in Abyssinien, von wo ich eben zurückgekommen war, ich erwähnte unsre Hoffnungen und Täuschungen, unsre Erwartungen und Prüfungen. Aber wiewohl mir die vielen Zeichen der Gnade Gottes, die wir erfuhren, die Ueberzeugung gaben, daß trotz der vielen Hindernisse und Schwierigkeiten, auf die wir noch stoßen möchten, unser Werk dennoch täglich mehr befestigt und gcwurzelt werden würde: so ahnete ich doch keinen solchen klaren Sonnenschein des Gedeihens, wie ihn der Herr uns gnädiglich gegeben hat. Die noch jüngst aus Abyssinien eingelaufenen Nachrichten, rechtfertigen vollständig meine damals ausgesprochenen Erwartungen. Unsre Missionare in jenem Lande sind einstimmig der Meinung, daß unter den Felaschas eine große und wunderbare Bewegung ist. Ein Missionar schreibt, daß ein ganzes jüdisches Dorf bei Genda mit dem Lehrer, den ich in meinem Tagebuche als einen der verständigsten Juden AbyssinienS bezeichnete, feierlich erklärt hätten, sie wären von den Wahrheiten des Evangeliums völlig überzeugt und wünscdten nun einmüthig die heilige Taufe zu empfangen. Ein andrer Missionar spricht unter Anderem von einem Orte, wo er die ersten drei Kapitel des Briefes an die Galater erklärte, bei welcher Gelegenheit die Zuhörer, tief ergriffen von der Wahrheit und niedergedrückt von schwerem Seelenkampf, in die Worte ausbrachen: „O, beten Sie 11