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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 9-10 (1862) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
9-10 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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138 auch ein klares, unumwundenes Zeugniß der Gottlosigkeit. Diese Religionsgenossen erklären frank und frei, daß, wie und wann auch immer ihre Religion entstanden sei, ein göttlicher Einfluß dabei nicht obgewaltet und mitgewirkt habe; denn sonst hörte sie ja von selbst schon auf „rein menschlich" zu sein; das Göttliche hätte sich da schon eingemischt. Eine solche Religionsgesellschaft, die nur eine „rein menschliche Religion" hat, muß aber, wenn sie ehrlich sein will, entweder bekennen, daß ihre Religion eine ganz andere sei, alS die, welche Moses und die Propheten beobachteten, oder frei und unumwunden erklären, daß sie die Göttlichkeit, den göttlichen Ursprung und das göttliche Ansehen der heiligen Schrift leugnet. Behauptet nun die Reformjudenschaft dennoch, wie sie es, im Widerspruch mit sich selbst, um sich und Andere zu täuschen, thut, mit Mose und den Propheten im innigsten Zusammenhänge und Einverstänbniß zu stehen: so erklärt sie dieselben gradezu für Lügner und Betrüger; denn jene Gottesmänner geben ihre Religion nicht für eine „rein menschliche," sondern vielmehr für einerein göttliche aus. Sie berufen sich nicht allein auf ihre göttliche Sendung; sondern bezeugen auch jeder Zeit, daß sie die Lehre, die sie verkündigten, von Gott empfangen hätten und sagen in ihren Reben ohne Unterlaß: So spricht der Herr. Entweder waren nun diese Erklärungen und Behauptungen Moses und der Propheten Wahrheit, oder sie waren Lüge. Waren sie Wahrheit, so ist wie gesagt die Religion, die sie gelehrt und verkündigt haben nicht eine „rein menschliche," sondern eine rein göttliche. Waren dagegen ihre Erklärungen von ihrer göttlichen Sendung Lüge, nun so waren sie selbst die allerärgsten und verworfensten Lügner, und die Religion, die sie gelehrt haben, die angeblich die Religion der jüdischen Reform sein soll, war und ist nichts Anderes, als ein schmähliches Lügensystem, daß wir dann nicht für eine „rein menschliche" Religion halten können: sondern für eine satanische erklären müßten. „Rein menschlich" ist die Bibel nun und nimmermehr, sondern sie ist vielmehr göttlich; denn, wie ein frommer Israelit der Vorzeit sagte, „es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen GotteS haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist."

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