Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Ruheorte genommen hatten, indem sie einen breiten Raum als Grenze zwischen dem unreinen Volke und den heiligen Priestern leer ließen. Die getrennte Menge starrte in vollkommener Verwirrung und Bewunderung mit einem ernsten strengen und unbeweglichen Blicke uns an, als ob sie unsere Gedanken durchdringen und selbst in unfern Blicken ihre Hoffnung oder Verzweiflung, ihre Freude oder Sorge lesen wollten. Da saß der alte ausgemergelte und blaffe Mönch mit der braunen Haut, die in Falten über zerstörte Gesichtszüge herabhing, und mit Augen, die tief im Kopfe lagen und von den langen Kasteiungen glanzlos waren, oder hell und funkelnd von dem wilden Feuer des Fanatismus; nahe bei dieser gespensterartigen Erscheinung lag der junge Rovice, als ob er Hoffnung und Trost in dem reifern Alter und dem hinsinkenden Leben suchte, in dessen sanften und unnatürlich glatten Gesichte die Kämpfe des peinvollen Aberglaubens und vielleicht des schrecklichen Bewußtseins, daß das Leben mit seinen Reizen und Banden so ganz vergeblich für einen wüsten Traum und eine wilde fieberhafte Einbildung vertauscht worden sei, allzu auffallend spürbar waren. (Fortsetzung folgt.) Zur Geschichte der Jude» in Rorrköping in Schweden. Unter dieser Ueberschrift mit der Angabe „von Rabbiner Dir. Lövysohn in Stockholm" findet sich in dem „Jüdischen Volksblatt Rr. 30 von 1861" herausgegeben von Dr. Philipps» n folgende merkwürdige Mittheilung: „Zu den vier Städten im schwedischen Reiche, zu welchen durch Verordnung Gustav HI. den Juden zum ersten Male der Zutritt gestattet wurde, gehört Rorrköping; die dortige Gemeinde aus etwa zwanzig Familien bestellend bildete sich erst im letzten Jahrzehend des vorigen Jahrhunderts; für dieselbe bewahrt eine daselbst befindliche kupferne Tafel ein historisches Interesse, weshalb ich das Nähere hier mittheile und nur die Bemerkung vorausschicke, daß ich die wesentlichsten Notizen hiezu der freundlichen brieflichen Mittheilung des Herrn Prediger M. Schönthal in Rorrköping verdanke.