Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 7-8 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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ISO Am Sonnabend Morgen, bald nach Anbruch des Tageslichts befanden wir uns auf dem Wege nach Defatcha. Die meisten weiblichen Bewohner des Orts waren noch in der Mesquiel und genossen daselbst das frugale Morgenmahl, das Opfer des vorangehenden Tages. Wir versuchten es natürlich nicht, dem verehrten Gebäude*) mit unfern unheiligen Füßen zu nahe zu kommen, sondern ließen unS an der alten Brustwehr nieder und erfreuten uns, während das Volk sich versammelte, eines köstlichen frischen Windes, welcher in kühlen und angenehmen Stößen kam, die bethauten, glänzenden Bäume durchstreichend. Nach und nach versammelten sich Männer und Frauen aus der Mesquiel und den Häusern um die wunderbaren Fremden, und unser einsamer und ruhiger Aufenthaltsort, wo vor wenigen Minuten noch das Säuseln des Windes, wie es sanft durch Hecken und Bäume strich, deutlich gehört werden konnte, wurde nun ganz erfüllt vom Geräusch, Geschwätze und Aufregung. Die Frage über die Beobachtung des SabbathS, welche uns von mehr denn zwanzig Stimmen zugleich vorgelegt wurde, ward bald durch Vergleichung der zwei Gründe beseitigt, die im zweiten und fünften Buch Moses dafür angegeben werden und die beide, wie wir nhnen zeigten, von der höhern Verbindlichkeit den Tag der Erlösung zu feiern unwirksam gemacht worden. Wir sprachen nun von den Opfern und zeigten ihnen deutlich aus zahlreichen Stelle» der heiligen Schrift, daß alle Vorbilder und Weiffagungen, alle Opfer und Gaben auf das Evangelium in Betreff ihrer Bedeutung, und auf den Heiland in Betreff ihres Werths hinwiesen, und daß so die Menschen, wenn Christus käme, für seine Erscheinung vorbereitet wären und seine Ankunft erwarteten. Zwei oder drei zanksüchtige Priester bestanden darauf, daß sie in gerader Linie voii Aaron abstammten; da wir aber unsere Zeit nicht in einer Untersuchung ihres levitischen Ursprungs zu vergeuden wünschten, so sagten wir ihnen blos, daß ihre schwarzen Gesichter ihren Anmaßungen *) Die jüdischen Mesquiels unterscheiden sich von den christlichen Kirchen, daß sie viereckig anstatt rund sind, und anstatt eines Kirchhofes im Hintergründe einen kleinen, heilig bewahrten Raum haben, wo die Opfer geschlachtet und verbrannt werden.