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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 5-6 (1862) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
5-6 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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104 der Kehle jedes weiblichen Wesens ein weit wiederhallendes La-la-la in wilder Harmonie hervorbrach, bis es von hundert Bergen zurückertönte und die Stimme des verwaltenden Priesters, welcher an einem erhöhten Pulte ein Kapitel aus dem äthiopischen Testamente las, erstickte. Der eine, welcher augenscheinlich ein Würdenträger der Kirche war, da er einen mächtigen Turban trug, fragte mich mit der gefälligen Miene eines eingebildeten Herzens und leeren Gehirns, während er mit seinen magern Fingern auf die grob bemalte Wand zeigte, ob ich den heiligen Georg und Maria, die Mutter Gottes, kenne. Ich antwortete geradezu: „Euer heiliger Georg ist eine gestohlene Fabel, und Maria ist nicht die Mutter Gottes, sondern die Mutter Jesu Christi, der in das Fleisch gekommen ist und nun zur rechten Hand Gottes sitzt, und wenn Sie etwa meine Meinung über Bilder wissen wollen, so weiß ich, daß Gott gesagt hat: Du sollst dir nicht irgend ein geschnitztes oder gemaltes Bild machen." Er schwieg und zog sich aus der Mitte der Herumstehenden zurück. Ich war sehr froh, mich aus einem Gottesdienste zu entfernen, bei welchem das Menschliche an Stelle des Göttlichen, und das Erniedrigende und Abergläubische an Stelle des Veredelnden und Geistigen gesetzt worden ist. (Fortsetzung folgt.) Dies Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen. Preis für den Jahrgang 10 Sgr. Zn Commisfion: Carl Dulfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.

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