Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 5-6 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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84 wesen und habe mit den Weifen der Pharisäer gezanket und gehadert. Vielleicht wird er auch deswegen xiiv' Jeschua genennet, dieweil seine Buchstaben die Buchstaben des Namens l'Ety (Sfhu sind, wenn er voll (mit I) geschrieben wird. Deswegen ist es billig gewesen, daß alle diejenigen, welche deffelben Religion und Glauben annehmen, Kinder EdomS genennet werden, dieweil JW> Jeschua, r>t»y Esau, Esau aber Edom bedeutet. DaS alte rabbinische Judenthum erblickt also in der Christenheit Edom, und steht unS als seine ärgsten Feinde an; und weil diese rabbinischen Juden Rom als die Hauptstadt der Christenheit betrachten, so verstehen ste unter Bozra, der Hauptstadt EdomS, auch gewöhnlich Rom, wie aus vielen Stellen ihrer Schriften erhellt. Insofern fich diese Juden als das auserwählte Volk Gottes betrachten und uns als Nachkommen Esaus, hat ihre Meinung und Ansicht eine gewisse Richtigkeit. Denn das ist nicht zu leugnen, welches Volk auch immer unter Edom zu verstehen sein mag, es ist der offenbare feindliche Gegensatz gegen daS wahre Volk Gottes; Edom ist der Verfolger Zions, der Erlösten des Herrn; aber er ist ein solcher Feind, der durch gewisse Bande ein naher Verwandter und Bruder ist, wie der buchstäbliche Edom ja der leibliche Bruder Jakobs war. Weisen uns nun die besprochenen Stellen in die neutestamentliche Zeit, ist in dieser Zeit die Christenheit das Volk GotteS, so kann unter Edom nichts Anderes verstanden werden, als „die falschen Brüder" in der Christenheit, der große Haufen von Namenchristen, die als Christen durch enge Bande zu inniger Verwandtschaft mit den wahren Christen verbunden sein sollten; die aber als bloße Namen christen aus Brüdern nach und nach die bittersten Feinde werden. Denn wenn dieselben nicht in dumpfer und stumpfer Gleichgültigkeit hingehen, in welcher ihnen alle Religion einerlei ist, in welcher ste ihr Verhalten als Humanität, als Toleranz preisen; sondern die Meinungen und Grundsätze von ihrer selbstgemachten Vernunstreligion zur Geltung bringen wollen, so werden sie nach und nach viel ärgere und boshaftere Feinde als selbst die Heiden. Ein Julianus Apostat« ist ein viel listigerer und gefährlicherer Feind des Christenthums und der Christen als ein Nero. Diese falschen Brüder sind es, die wir unter