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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 3-4 (1862) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
3-4 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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62 Palambaras Gelmont, dem Statthalter von Tschelga, dessen Herrschaft sich bis an das Land der Tougroureer erstreckt, um den Scheck wegen seines Sieges über die Räuberbanden zu beglückwünschen und zugleich auch das schwache und heuchlerische Band der Freundschaft und des guten Einvernehmens zu erneuern. Als ich diese günstige Kunde vernahm, begab ich mich sofort nach dem Divan, um mich von der Wahrheit dieser Nachricht zu überzeugen. Ich fand das Rathszimmer, eine mit Stroh bedeckte Scheune, so von untergeordneten Häuptlingen und ihren halbnackten Begleitern angefüllt, daß es beträchtliche Körperanstrengung kostete, sich den Weg durch die bewegte Masse von dicht gedrängten öligen Köpfen und Schultern zu dem Dais oder dem erhöhten Sitze des Häuptlings zu bahnen. Wie bei unserer ersten Zusammenkunft bewillkommte mich der gefürchtete Jumma mit ungewöhnlicher Höflichkeit, und machte mich, indem er voraussetzte, daß ich an der Gcnugthuung, die in den scharfen Zügen seines dunkelbraunen Gesichts zu lesen war, Theil nehmen würde, mit den guten Nachrichten bekannt, welche die zu seinen Füßen sitzenden Gesandten ihm überbracht hatten; „ und nun ", fuhr er mit erhöhter Stimme fort, „ will ich Ihnen Kameele bestellen und Ihre Reise in das Land derKastr (Ungläubigen) beschleunigen helfen, wo Ihre Bücher den Glauben jener Götzendiener verbessern oder vielleicht gar ändern mögen." Erfreut über die Aussicht einer baldigen Abreise von einem Orte, in dessen ungesunder und fauliger Atmosphäre nur Geier, Hyänen und Tougroureer gedeihen können, beschleunigte ich meinen Rückweg durch die ausdünstenden Gruppen von schmutzigen Eingebornen, miethete Kameele und eilte von dannen so schnell als diese geduldigen und nützlichen Thiere uns fortbringen konnten. Nach den Berichten, die ich vor meiner Abreise von Konstantinopel erhielt, erwartete ich keine Hindernisse für unser Werk unter den FelafchaS; aber meine erste Zusammenkunft mit dem Könige Theodorus an den Ufern deS Tsana überzeugte mich von meinem Jrrthume, und schlug alle meine so gern gehegten Hoffnungen nieder. Es ist wahr, Seine Majestät untersagten mir nicht die Juden zu besuchen, aber zur selben Zeit vermied er sehr behutsam den Zweck, um dessentwillen wir, mein Mitarbeiter und ich, in sein Land gekommen waren, ohne die Bewil-

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