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Dibre Emeth · 1862-01-01 · 1-2 (1862) · page 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
18 (1862)
Issue
1-2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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35 die Predigt ohne allen Erfolg gewesen wäre. Aber auch der Apostel Paulus bittet gleich seinem HErrn und Meister für die Juden, wie er uns Röm. 10, 1 sagt: „Liebe Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch Gott für Israel, daß sie selig werden." Wie könnte er aber so von gänzlich Verworfenen reden, und von ihnen die Hoffnung hegen, daß sie selig würden? Denn eben so fiuchtlos als hoffnungslos, wie sein Gebet, würde auch die Predigt sein. Aber, war sie das? O, es ist zu bekannt, als daß man es erst anführen dürfte, wie nach der Ausgießung des heil. Geistes durch die Predigt der Apostel nicht allein Tausende, sondern Myriaden Juden bekehrt, und nicht nur Laien, sondern auch viele Priester dem Glauben unterthan wurden. Was soll man daher von den folgenden Worten in Past. Harms Antwort denken, wenn er sagt: „Die Predigt an das Judenvolk hilft Nichts, sie sind verstockt, bis die Fülle der Heiden wird eingegangen sein." Es ist offenbar, daß es sich hier um den Unterschied zwischen ehemals und jetzt handelt. Past. Harms sagt nicht, und konnte nicht sagen: Die Predigt an die Juden hat Nichts geholfen, da Jedermann weiß, daß sie ihnen geholfen hat, er sagt nur: sie hilft Nichts, sie soll also gegenwärtig Nichts helfen, wenngleich sie ehemals geholfen hat. Aber warum sollte sie denn jetzt nicht helfen, hat sie etwa ihre Kraft verloren? Der Apostel schreibt Röm. 1, 16: „Ich schäme mich des Evangelii von Christo nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht Alle, die daran glauben; die Juden vornehmlich und auch die Griechen." Und beschränkt er etwa diese Worte auf jene Predigt und auf jene Zeit? Gewiß nicht. Daher muß denn das Evangelium auch jetzt noch eine Kraft Gottes zur Seligkeit der Juden sein, ja, der Apostel sagt, es ist so: vornehmlich der Juden. Wollen wir das Letztere in Abrede stellen, so gälte das ebensowohl von dem Ersteren, so wäre es nicht wahr, daß jemals Juden zu Christo wahrhaft bekehrt worden wären, es wäre nicht wahr, daß die Predigt jemals Tausenden aus ihnen geholfen hätte, nicht wahr, daß heute eine durch Juden gestiftete christliche Kirche in der Welt vorhanden ist, u. s. w. Hat aber die Predigt zu jener Zeit den Juden geholfen, welche unmittelbar den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt und gerufen hatten: Hinweg mit ihm! Kreu- 3*

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