Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 18 (1862)
- Issue
- 1-2 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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. 2 und der Rückgang kann auch sehr gut und segensreich sein. Sagt doch schon das Sprüchwort: Irren ist menschlich, aber im Jrrthum bcharren ist Heustisch. So ist eö auch mit dem Wrtschritt. Wenn Gott der Herr durch den Propheten seinem Volke zuruft: Tretet aus die Wege, oder wie es eigentlich heißt: Stehet auf den Wegen, so ermahnt er auch eine eifrige Fortschrittspartei zu einem Stillstände, der für sie nur heilsam und segensreich sein konnte. Und wenn er so oft und viel denselben rüstigen Fortschrittsmännern sagen läßt: Kehret wieder, kehret um, so ist ein solcher von Gott gewollter und geforderter Rückschritt gewiß nicht verderblich, nachtheilig oder von der Art, daß man sich desselben schämen sollte. So kommt es auch bei dem jetzigen Geschrei: Fortschritt, Fortschritt, vor allen Dingen darauf an, zu wissen, um welchen Fortschritt eS sich handelt. Ein Abraham darf nicht bleiben in seinem Vaterlande, sondern er wird ermahnt: Gehe aus deinem Vaterlande. Lot darf nicht stillstehen oder sitzen in Sodom, sondern es heißt: Eile und errette deine Seele, stehe auch nicht in dieser ganzen Gegend. Zum Fortschritt werden wir ermahnt: Nehmet immer zu in dem Werk des Herrn; wachset in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn Jesu Christi. Ein anderer Fortschritt ist der, wie wir ihn an den Menschen der ersten Welt, an den Bauleuten des Thurms zu Babel, an den Einwohnern Sodoms sehen, wie er uns so oft und viel an Israel entgegentritt; ein Fortschritt, der die zehn Stämme in die assyrische, das Königreich Juda in die babylonische Gefangenschaft brachte; ein Fortschritt, der später dem wiederhergestellten Jerusalem auf's Reue den Untergang, dem Volle die gänzliche Zerstreuung brachte, in der sie wieder von Fortschritt reden. Das ist aber ein Fortschritt, nicht aufwärts, sondern abwärts, nicht zum Heil und Wohl , sondern nur zum Unheil und Verderben, nicht mit, sondern ohne und wider Gott, ein Fortschritt in der Entfernung und Entfremdung von ihm und seinem Worte;'ein Fortschritt in der Aufrichtung der Selbstverehrung, der Selbstsucht, der Erhebung des eigenen Ich. Wir sind in ein neues Jahr getreten. Die Zeit schreitet also auch fort. Wir schreiben jetzt 1862, d. h. Eintausendachthundert und -zwei und sechzig seit der Erscheinung Jesu Christi. Wenn die jüdische