Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücher Moses und die prophetischen Theile der Schrift für sich allein nähme ohne die geringste Kenntniß der Geschichte, und man studirte das, was sie in den Weissagungen betheuern, man nur zu Einem Schlüsse in Betreff des jüdischen Volkes kommen würde. Man würde schließen, daß sich dieses Volk als ein höchst merkwürdiges erweist — merkwürdig in feinem Ursprünge — merkwürdig in seinem Wachsthume — merkwürdig wegen der Leiden, denen es auSgesetzt sein sollte — merkwürdig wegen der Erlösung, die es erfahren sollte — und ganz besonders merkwürdig darin, — vorausgesetzt wir glauben, was in jenen Büchern und Weissagungen bezeugt wird — daß es der Gegenstand des unablässigen Spottes und der grausamsten Verfolgung vieler mächtigen Völker der Erde sein sollte^ und doch seine Lebenskraft trotz jeder Anstrengung von Seiten der mächtigsten Reiche, eS zu zermalmen, erhalten werde. Das würde der Schluß sein, zu dem man durch ein einfaches Studium derBücher Moses und der Propheten ohne Kenntniß der geschichtlichen Thatsachen kommen würde. Aber gesetzt wir wüßten nichts von der Schrift und hätten nicht die Bücher Moses, gesetzt, wir könnten uns nicht auf die Weissagungen, sondern nur auf die Blätter der Weltgeschichte beziehen, was würden wir da finden? Wir würden in den Juden ein Volk finden, unter allen Völkern der Erde besonders ausgezeichnet und von allen andern verschieden, ungleich den andern in seiner Organisation, seiner Geschichte und seinem Fortschritt, kurz, wir würden in den geschichtlichen Thatsachen, wie sie uns überall in Betreff des jüdischen Volkes auf den Blättern der Geschichte erzählt werden, eine merkwürdige und unverkennbare Uebereinstimmung mit dem finden, was uns in dem Worte Gottes vorher verkündigt ist. Es ist die Thatsache dieser Uebereinstimmung zwischen den Weissagungen der Schrift und den Thatsachen der Geschichte, was uns einen so gewaltigen und lebendigen Beweis für die Inspiration des Wortes Gottes giebt. Nach dieser Uebereinstimmung können wir zu keinem andern Schluffe gelangen, als zu dem, daß der Gott der Geschichte, der Gott der Juden ist — daß alle Thatsachen der Geschichte auf dem Welttheater unter der Allwissenheit und Bestimmung des Unerforschlichen stehen, dessen Stimme deutlich aus jeder Zeile der Bibel spricht.