Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 7-8 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Missions-Nachrichten. (Schluß auö Nr. 3. u. 4.) ' ‘ ‘ Eine Derne vor meiner Abreise. Den 9. — Als Alles zu meiner Abreise fertig war; die Kameeld bepackt, und ich im Begriff aufzusteigen, sah ich Jtakh, den alten Rabbi, den palästinischen Chacham und mehrere andere Juden auS den engen Straßen des Judenviertels kommen, Einen hinter' dem Andern, wie bei einem Leichenzuge; und ich wunderte mich durchaus nicht, daß sie alle gekommen waren, mich abreisen zu sehen und Mir ihren Segen zu erlheilen. Aus ihre wiederholte Bitte, bei den französischen Behörden Fürsprache für sie einzulegen, welches ich ihnen zu thun versprach, versicherte ich sie noch einmal, daß wenn sie zuerst nach dem Reiche Gottes trachteten, sich der Verkündigung der Wahr-' heit erinnerten und den Frieden sich aneigneten, den ihnen das Evangelium darbietet, sie auch von dem Joche der Sünde frei, und ein Eigenthum ihres himmlischen Erlösers und selig werden würden. Nachdem wir uns die Hände gereicht, oder vielmehr die Hände einander geküßt halten, welche Ceremonie eine ganze Stunde dauerte, bestieg ich mein Kamee! unter dem Gejauchze: „Bai ho ehern ischmerska, scliolam abureka etc.“ (reise in Frieden, der Herr erhalte dich, Frieden und Segen auf deiner Reise) und in demüthiger Dankbarkeit gegen meinen himmlischen Vater für alle seine Barmherzigkeit auf meinem Wege, wie dafür, daß er die Herzen bereit gemacht hatte, auf das seligmachende Evangelium seines Sohnes zu merken, trat ich meine Reise an. Da meine Reisetaschen beinahe leer waren und in Ghardaia kein tauglicher Mundvorrath zu erlangen war, so war ich allen Arten von Mangel, besonders aber dem des Wassers ausgesetzt, indem die Quantität, die wir mitnehmen konnten nicht hinreichend und auf dem Wege keins zu finden war. Da der Weg unsicher war, so wollten mich meine Leute mein Zelt nicht in der Nacht aufschlagcn lassen aus Furcht von den Räubern der Wüste bemerkt zu werden, in welchem Falle wir nicht nur all unserer Sachen beraubt worden sein, sondern