Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1861-01-01 · 5-6 (1861) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
5-6 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554709-2554713--03511-2559412
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

93 dehnte Erkenntniß des heiligen Wortes Gottes eine durchaus nothwendige Vorbereitung zur Bekehrung der Sünder zum Leben ist, so habe ich mich bemüht, so viel Schriftvorleser anzustellen, als ich für das Werk tauglich finden konnte — bloße Kolporteure würden unter einer Bevölkerung, die nicht lesen kann, von geringem Nutzen sein —. Ich habe daher einen gewissen Seraphier Butagi, einen Mann, der in dem Jesuiter-Collegium auf dem Berge Libanon erzogen, aber vor einigen Jahren in Acca bekehrt worden ist, angestellt, um zu Nazareth in Galiläa, unter der Leitung des Herrn Prediger Zeller zu arbeiten. Dieser Mann besucht die Dörfer Galiläas mit der Bibel in der Hand und hat auch Bibeln und Testamente zum Verkauf für diejenigen, welche lesen können, bei sich, und es scheint, daß sein Werk an verschiedenen Orten' so gesegnet gewesen ist, daß mehrere von den Leuten wünschten vom Herrn Prediger Zeller besucht zu werden, damit sie von ihm weiter unterrichtet würden. Auch habe ich einen Schriftvorleser, meinen früheren Lehrer zu Nablus, welcher beinahe alle Dörfer in dem Gebirge Israels (Samarias), wo Christen hauptsächlich der griechischen Kirche sind, besucht hat, und er berichtet, daß die Bewohner fast überall bereit'waren ihn zu hören; an einem Orte baten ihn das Volk und der Priester, den ich schon lange kenne, daß er in der Kirche predigenmöchte, was er jedoch in geziemender Weise ablehnte. In Jerusalem habe ich zwei Schriftvorleser, welche besonders unter den zahlreichen Wallfahrern der verschiedenen morgenländischen Kirchen arbeiten, und ihr Werk war während der letzten Pilgerzeit außerordentlich gesegnet. Nach Ostern sandte ich einen von ihnen, den eifrigen.Carabet, nach Egypten, wo er unter der türkisch redenden Bevölkerung, besonders Armeniern und Griechen, wenigstens mit scheinbarem Erfolge gewirkt hat. Der gute und fromme Schriftvorleser Roberts ist wieder das ganze Jahr an ein Leidensbett gefesselt gewesen. Verschiedene Reisende, welche mit Muße das Land durchwanderten, waren über die Schriftkenntniß erstaunt, welche sie unter den Christen und selbst unter einigen Muhamedanern an verschiedenen Orten fanden, wo vor einigen Jahren - das Wort Gottes noch ganz unbekannt war.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.