Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Testament redet, wie wir schon oben anführten, von einem Israel nach dem Fleisch 1» Cor. 10, 18 und von einem Israel Gottes Gal. 6, 16; es sagt Röm. 2, 28. 20: „Das ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, sondern das ist ein Jude, der inwendig verborgen ist;" aber damit ist die gesammte christliche Kirche noch eben so wenig für Israel wie für Juden erklärt. Oder will Man durchaus den Nachkommen Jakobs den Namen Israel nicht lassen, sondern diesen nur als Eigenthum, als legitimen Besitz der christlichen Kirche beanspruchen, so muß man mit demselben Rechte auch dasselbe thun in Bezug auf den Namen Juden. Wie Man aber den letzteren bisher denen gelassen, denen er eigentlich gehört, so müssen und wollen wir eS auch thun mit dem ersteren. Die christliche Kirche ist die legitime Fortsetzung der Gemeinde des Herrn, des Oelbaums, aber nicht die Fortsetzung Israels; denn Israel ist wohl abgebrochen von dem Oelbautne, hat damit auch aufgehörtdie Gemeinde des Herrn darzustellen, ist aber darum nicht ausgestorben, sondern besteht fort. Israel ist von dem Schauplatz abgetreten, der Träger des Reiches Gottes zu sein, andere Völker haben diese Mission überkommen und übernommen; aber so wenig dieselben durch diesen Eintritt ihre Ration und Nationalität vertauscht, aufgegeben oder verloren haben, so wenig hat Israel dieselbe verloren durch seinen Rücktritt. Keins der Zeugnisse, die Prof. H. aus dem alten und neuen Testamente anführt, um zu beweisen, daß Israel identisch sei mit der christlichen Kirche, kann diese Identität darthun, so große Gewalt er auch den Schriftworten anthut, um ste für seine Ansicht zu deuten; sondern das alte und neue Testament lehren einmüthig, daß Israel wohl eine Zeitlang hingehen kann, ohne das begnadigte Volk zu sein, aber es besteht fort, bis es durch die Gnade des Herrn wieder in seinen Oelbaum eingepflanzt wird. Unterdessen hat die christliche Kirche als solche, und jedes einzelne christliche Volk als solches, die Mission und den Beruf, für die Förderung, Befestigung und Erweiterung des Reiches des Herrn unter seinem Segen nach innen und außen Sorge zu tragen, damit die Erde voll werde der Erkenntniß des Herrn, wie Wasser den Meeresgrund bedeckt. Die christliche Kirche setzt Israels Werk fort, aber sie ist darum nicht die Fortsetzung Israels. _ (Schluß folgt.)