Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Christo. Wird aber darum irgend ein vernünftiger Mensch sagen und schließen : also giebt es nun auch keinen Juden, keinen Griechen, keinen Mann, kein Weib u. s. w. mehr; sondern aller Unterschied der Völker, der Stände, der Geschlechter hat im Christenthume ausgehört? Warum ertheilt denn derselbe Apostel noch besondere Ermahnungen an diese, verschiedenen Klaffen von Personen? Bei allem Mangel des Unterschiedes und trotz aller Gleichheit der Menschen in Abficht auf das in Christo und durch ihn zu erlangende Heil, bleibt dennoch auch zugleich in andern Dingen und Verhältnissen jederzeit eine große Verschiedenheit. Und wie der Apostel Paulus Röm. 3, 9 die Frage, ob die Juden einen Vortheil haben, einerseits bestimmt und entschieden verneint, eben so bestimmt und entschieden bejaht er sie andererseits in den beiden ersten Versen desselben CapitelS, wenn er schreibt: „Was haben denn die Juden Vortheils? Oder was nützt die Beschneidung? Zwar fast viel." Aus dieser Einheit und Gleichheit Aller in Christo geht allerdings hervor, daß die Gläubigen ' aller Zeiten und Völker und Orten Eine Gemeinde bilden, aber keinesweges, daß die einzelnen und verschiedenen Völker ihre leibliche Abstammung, ihre Nationalität verlieren. Warum sollen denn einzig und allein die Nachkommen Jakobs dieselbe verlieren , ja selbst dann noch verlieren, sie mögen zu dieser Gemeinde gehören oder nicht? Oder soll es auch hier heißen: der Jude muß bezahlen? Muß er seinen Namen, der auf seine Abstammung zurückweist, Andern überlassen, und zufrieden sein, daß Man selbst in dem Worte Jude, gar nicht mehr den Zusammenhang mit Israel finden und anerkennen soll? Bei aller Hochachtung, die wir gegen Hrn. Prof. H. hegen, er- ' laubeN wir uns doch nicht nur unsre großen Bedenken unh Zweifel zu hegen, ob sein „gar feiner Begriff" von Israel, wie er ihn entwickelt, auch wirklich der biblische ist, sondern vielmehr zu erklären, daß wir die ganze Theorie als eine durchaus falsche verwerfen, weil sie dem klaren Zeugniß der hl. Schrift.zuwider ist. ES drängt sich uftS immer die Frage auf, wie kommt man denn grade daraus, die christliche Kirche „Israel" zu nennen, sei es nun geistliches oder legitimes? Warum nicht viel eher ein geistliches oder legitimes Juda