Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74 gemacht hätte zwischen „Juden" und „Israel", wie Prof, H. macht, hätte doch Petrus unmöglich sich einen Juden und die mit den Heiden und mit Herodes und Pontius Pilatus gegen Jesum verbundene Judenschast „das Volk Israel" nennen können. Der Apostel Paulus nennt sich wiederholt einen jüdischen Mann Apg.SI, 39; SS, 3 und eben so auch einen Israeliten Röm. 1t, 1. Dies Alles zeigt doch deutlich, daß in den Augen der Apostel die Juden Israeliten waren. Aber wenn nun auch nicht „Alles" auf die Juden bezogen werden soll, was die Schrift von Israel sagt, so wird doch H. nicht sagen'wollen, daß gar Nichts auf sie zu beziehen sei. Wird aber Einiges auf sie bezogen, auf wen geht das Andere? Und wer ist hier der Mann, der zu entscheiden vermag, wohin das Eine und daS Andere gehöre? Oder gilt da die so oft angewandte Praris, den Juden gelten die Drohungen und Strafen, uns Christen, dem legitimen Israel, die Verheißungen und Segnungen? Wenn auch H. sagt, es giebt nur „Ein Israel", so ist es doch offenbar, daß nach seiner Theorie wenigstens dreierlei Israel vorhanden ist, einmal das leibliche des alten Testaments, dann die legitime Fortsetzung oder die christliche Kirche und drittens die Juden, vielleicht auch noch ein viertes, nämlich der eigentliche Kern oder das wahre Israel. Freilich will H. den Juden den Namen Israel nicht zukommen laffen, aber das ist denn bloße Willkür und offenbares Unrecht; sie sind und bleiben dennoch Nachkommen Jakobs und die Bibel des alten und neuen Testaments trägt daher auch kein Bedenken, ste, wie wir gesehen, Israel zu nennen. Wie dem aber auch sei, so läßt er doch auch ihnen noch Einiges von dem, was die Schrift von Israel sagt. Uns will es daher bedünken, daß der Verwirrung viel weniger ist, wenn man ganz einfach das, was von Israel gesagt ist, auch Israel läßt, obschon es den Namen Juden trägt, ohne so zu sagen, eine Theilung der Erbschaft vorzunehmen. — Zwar sagt H. S. 65: „Es giebt nach der constanten Lehre des alten und neuen Testaments von Abrciham an bis ans Ende der Tage -nur Eine Gemeinde Gottes, Ein Israel, nur Ein Haus unter zwei Haushaltungen"; und abermals S. 71: „Nach dem hl. Paulus in Röm. 11 besteht Ein Oelbaum, Ein Volk Gottes, Ein Israel von Anfang bis-zu Ende. Die