Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 3-4 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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mich mit sich in sein HauS, wo mich der Rabbiner der Beni-Mzqb Juden und ein Chacham (Gelehrter) aus Jerusalem, der, mich in Constantine kennen gelernt hatte, erwartete. Ein Stück Teppich wurde in einer Ecke der Slube auf den schmutzigen Boden gebreitet, der mit Erkrementen von Kameelen bedeckt war und von Gewürm wimmelte. In einer andern Ecke uns gegenüber befanden sich die drei Frauen JtakhS, reich bekleidet und mit goldenen und silbernen Ohrringen und Armbändern geschmückt, um einen Mühlstein fitzend und abwechselnd mahlend. In der dritten Ecke lag ein Haufen KameelS-Dünger — ein kostbarer Artikel, der zum Düngen deS Landes und als Brennmaterial gebraucht wird. In der vierten Ecke lagen allerlei Handelsartikel. Zu unwohl, um an einer Morgenmahlzeit thätigen Antheil zu nehmen, benutzte ich die Gelegenheit zu sprechen, während meine Freunde aßen. „Die Verheirathung eines Mannes mit mehreren Frauen," sagte ich, „ist gegen das Wort Gottes, welches die.Fra« als ein moralisches und vernünftiges Wesen bestimmt hat, dem Manne gleich zu sein; sie ist eine Verletzung der Gerechtigkeit und der Vernunft. Sklaverei, die älteste Schwester der Vielweiberei und in ihr begriffen, ist ebenfalls dem Worte Gottes entgegen, gottlos und ungeziemend. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, von welcher Farbe oder welchem Geschlecht er auch immer sein mag — und, was ihr wollt, daß euch die Leute thun sollen, das thut ihr ihnen auch — das ist das Gesetz und die Propheten. Jedes menschliche Wesen hat nach dem Alten und Neuen Testament das Recht über seine Person und kann weder gekauft noch verkauft werden." Diese zwei furchtbaren Sünden, deren sich meine Brüder auf den Oasen schuldig gemacht haben, sind, sagte ich, ein schrecklicher Auswuchs zweier andern großen Uebel, deren das über den ganzen Erdkreis zerstreute Israel schuldig ist. „Mich, die lebendige Quelle," spricht der Herr, „haben sie verlassen, und haben sich hie und da ausgehauene Brunnen gemacht, die doch löchricht sind und kein Wasser geben."