Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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32 sehr unwissend, und die größere Zahl der Juden ist unfähig die Gebete zu lesen. Es giebt keine Armen unter ihnen, und viele besitzen beträchtliche Reichthümer, so daß sie mehrere Weiber kaufen können, Gegenstände, die dort sehr theuer sind. Ihre Juwelen re. bestätigen meine Aussage vollkommen. Außer diesen menschlichen Wesen deS schwächeren Geschlechts, welche ihre Männer für einen guten Preis wieder verkaufen können, besteht ihr Reichthum in Palmen und Gärten, in Straußeneiern, Fellen und Federn und in Geld, welches sie zu zehn, zwölf und fünfzehn Prozent ausleihen. Ihr Anzug ist sehr einfach; er besieht in einem groben langen Hemde, welches bis an die Knöchel reicht und an jedem Osterfeste gewechselt und weggeworfen wird, dann in einem Burnus aus dem gemeinsten Stoffe und rothem Palette, und in einigen Fällen Sandalen. Der der Jüdinnen ist sehr lururiös. Sie tragen gewöhnlich einen Turban von Heller Farbe, ein weißes oder glänzendes Gewand ohne Aermel, das durch Schnallen über den Schultern befestigt und um den Leib mit einem seidenen oder metallnen Gürtel gebunden ist und bis hinunter an die Waden reicht. Ohrringe hängen bis auf die Schultern herab, und die Armen, Handgelenke, Füße und Knöchel sind mit Armbändern von ungeheurer Größe und beträchtlichem Werlhe beladen. Um das Gesicht schön zu machen, bestreichen die reichen Jüdinnen ihre Nasenspitzen und einen Theil ihrer Etirn mit „et Takkia,“ welches die Haut schwärzt. Die Behandtung der Juden kann man leicht nach der Aufnahme beurtheilen, welche europäischen Reisenden, mit Empfchlungsschrezben von den höchsten Behörden versehen, zu Theil wird. Der Jude wird niemals mit Sidi ober Si, wie das bei andern Leuten geschieht, sondern einfach mit Jehudt angeredet. Erpressung und Unterdrückung ist sein tägliches Loos. Wenn Prozesse zwischen einem Juden und Mozabiten entstehen, so wird ersterer verlieren, ob er vor dem Djema erscheint oder nicht. Warum bleiben sie dann aber, könnte man fragen , in jener einsamen Oase unter jenem bigotten Volke? Sie sollten sich den französischen Besitzungen unter französischem Einflüsse nähern. Die Antwort ist einfach die: Sie würden sehr gern die alten Kananiten verlassen und zu einem freieren Volke ziehen, und das unfruchtbare Land für ein ihren Gewohnheiten und Gefühlen entsprechenderes vertauschen; aber nach den willkürlichen Gesetzen des Landes können sie dasselbe nicht verlassen, außer sie lassen ihre Weiber und ihr Eigenthum zurück. (Fortsetzung folgt.) Die- Blatt erscheint jährtich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen, preis für de» Jahrgang 10 Sgr. Zn Commission: Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.