Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Was können sie dafür, daß der Rabbiner wie durch ein Wunder der Vorsehung eine viertel Stunde lang unter dem mörderischesten Steinregen durch die Judenstraßen mit Geistesruhe hindurch ging, ohne von einem Steine getroffen zu werden. So entkam der Rabbiner unter Gottes wunderbarer Beschützung glücklich in seine Behausung — im Christen-Revier. Am folgenden Säbbath sollte es zu ähnlichen Angriffen kommen. Eine bedrohliche Masse von „„frommen"" Juden sammelte sich schon vor der Predigtstunde, die während der Predigt zu einer unabsehbaren Menge anwuchs und eine sehr drohende Physiognomie annahm.. Eine-Abtheilung Dragoner zu Pferde mit gezückten Säbeln wurde herbeibeordert, um so den vr. Chronik glücklich aus dem Judenquartier hinauszubringen u. f. w. So schildert die allg. Z. d. I. in Rr. 33. u. 34 1888 die 'Begebenheit und zugleich die Juden in Amsterdam. Ja sie sagt, dieser längst überwunden gehaltene barbarische Fanatismus, wie er von elenden Führern in dem blinden Haufen geweckt wird, stellt diesen den mörderischen Drusen auf dem Libanon gleich. So sieht eö also nach dem ausdrücklichen Zeugniß der Judenz. in Amsterdam aus, trotz der Emancipation. Wenn wir nun auch in den „unabsehbaren Massen der Frommen" noch keineSweges die ganze jüdische Bevölkerung Amsterdams sehen, sondern fest annehmen dürfen, daß sich auch Viele dort finden, die ein solches Treiben verabscheuen, so ist es doch andererseits unleugbar, daß der Zustand der dortigen Juden ein höchst trauriger ist, der zu vielen ernsten Fragen und Betrachtungen veranlaßt. Wir wollen aber nur diese eine Frage an Or. Ph. und seine Judenz. richten: Wie kommt es denn, daß diese seine Zeitung bei diesem Vorfall ein so lautes und vielfaches Zeugniß ihrer gewaltigen Entrüstung und ihres entsetzlichen Abscheus vor einer solchen Thal abgelegt hat, während sie vor etwa S Jahren ein ähnliches, aber noch ernsteres Attentat, den Mordanfall auf den Miss, und Pred. Schwarz in einer christlichen Kirche so glimpflich, ja gradezu in entgegengesetzter Weise behandelte und beurtheilte? Dort folgte in der Judenz. eine Schutzschrist nach der ändern für den Urheber des Attentats und eine Anklage nach der andern gegen den Missionär und die Missionäre; hier ist es umgekehrt. Der junge Mensch, der