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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 11-12 (1860) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
11-12 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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191 drei und vier einem Herrn dienen, und bei der geringsten Anreizung, bisweilen aus wachsender Eifersucht, der Gefahr ausgefetzt seid, auf immer aus dem Hause verstoßen zu werden ohne alle Mittel zu einem Lebensunterhalte, und eure schauerliche Unwissenheit — dies alles ist Folge eurer Sünde." Andere Gefühle schienen sich nun ihrer Gemüther bemächtigt zu haben. Statt der Lustigkeit begannen Thränen ihre blaffen Wangen herab zu rollen, und Seufzer des Schmerzes wurden gehört, als ob sie die große Wichtigkeit meiner Aeußerungen empfänden. „Ich bin nicht hieher gekommen," sagte ich, „um euch bloS eure traurige Lage, eure elende Hülflostgkeit zu Gemüthe zu führen und euch dem Gram und der Verzweiflung zu überlassen; ich bin im Gegentheil gekommen, euch glücklich zu machen. Eure Erlösung liegt nicht außer eurem Bereich." Hier wurden wir von verschiedenen Juden und Jüdinnen unterbrochen, welche von meinem Besuche gehört, gekommen waren, mich zu sehen. Wir begrüßten uns mit einem „Salaam alekoum" (Friede sei mit euch) und ich nahm das Gespräch wieder auf, weil der Eindruck noch frisch war. „Ihr habt gehört," fuhr ich fort, „daß die Juden in der ganzen Welt einen Messias erwarten, der sie sowohl aus ihrer zeitlichen Gefangenschaft, als auch von den Folgen und der Knechtschaft der Sünde erlösen wird. Dieser Messias ist vor vielen, vielen Jahren in Jerusalem erschienen, aber die Juden waren so blind und gottlos, daß sie ihn verfolgten und tödteten, wie sie die Propheten vor ihm verfolgten und tödteten. Da er nicht gekommen ist, die Welt zu richten, sondern sie selig zu machen, so hält er seine Hände noch für alle ausgestreckt, die ihn anrufen. Selbst denen, die ihn zum Tode verurtheilten, war er im Augenblick seiner Todesangst am Kreuze bereit zu vergeben. Run,, meine Freunde, wenn ihr Vergebung eurer Sünden und das ewige Leben zu erlangen wünscht, so thuet Buße und glaubet an den Messias, und ihr werdet ewig selig werden." Kein Wort wurde gehört, sondern eS herrschte die feierlichste Stille in meiner kleinen Versammlung. Es war mir, als ob daS Wort des gekreuzigten Heilandes ihre Herzen durchbohrt hätte. Ich fuhr fort meinen einfältigen aber ernsten Zuhörern die Geschichte

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